Physisch ist der SH1 ein aufrecht stehendes Gerät mit den Maßen 49 × 53 × 120 cm, angetrieben von einem 18-Ah-Lithium-Akku, ohne Netzkabel, bedient über ein 4,2-Zoll-LCD-Touchdisplay. Man schiebt ihn wie einen aufrechten Staubsauger – nur schrubbt, saugt und rakelt er den Boden in einem Durchgang. Es gibt keine Karte, kein LiDAR, keine Route, keine Dockingstation. Pudu vermarktet ihn als smarten Steh-Scheuersauger, nie als autonomes Gerät, und in der offiziellen Dokumentation ist jedes geprüfte Feld darin einheitlich: Er arbeitet, wenn jemand hinter ihm geht, und er steht, wenn niemand da ist.
Das ist die ehrliche Kategorienfrage, und sie verdient eine gerade Antwort statt einer Verkaufsantwort. Ein autonomer Scheuersaugroboter rechnet sich auf dem zusammenhängenden, offenen, halbwegs ebenen Anteil einer Fläche – den Gängen, der Halle, der Verkaufsfläche, dem Flur. Was er nicht macht, ist der Rest des Gebäudes: der Streifen an der Sockelleiste, die Innenecken, der Boden unter fest stehenden Tischen und Bänken, der Meter hinter der Theke, der kleine Nebenraum, dessen Tür meistens zu ist, und der Kaffee, der um elf Uhr vormittags umkippt, während der Roboter an der Station steht. Nichts davon ist ein Mangel. So ist die Aufgabe geschnitten. Welche Maschinenklasse welchen Anteil eines Gebäudes übernimmt, ist das ganze Thema unseres Ratgebers dazu, welcher Reinigungsroboter zu welchem Betrieb passt.
Der SH1 ist damit kein Konkurrent des Roboters. Er ist das Werkzeug für die Person, die das übernimmt, was der Roboter strukturell nicht kann – und genau deshalb steht eine handgeführte Maschine überhaupt in einer Roboterflotte: Ein Reinigungskonzept, das nur den Anteil des Roboters plant, hat eine Lücke, und diese Lücke liegt immer an den sichtbaren Stellen – Kanten, Ecken, Eingänge.