Glas und Spiegel sind der klassische Ausfall, und die Handbücher sind dazu ungewöhnlich offen. Pudus CC1-Operation-Guide V4.2 warnt, dass rein schwarze Oberflächen (etwa Sockelleisten), verspiegelte Flächen (etwa Wände) oder vollständig transparente Umgebungen in einer Höhe zwischen 14 und 22 cm die LiDAR-Reflexion des Roboters stören und zu abnormalem Fahrverhalten führen können; empfohlen werden eine technische Bewertung und gegebenenfalls eine Anpassung der Umgebung, etwa mit reflektierenden Folien oder Materialien. Lesen Sie das Höhenband noch einmal: 14–22 cm ist die Ebene, in der der Laser liegt. Was bei Ihnen genau auf dieser Höhe steht, entscheidet mehr über die Navigation als jede Prospektüberschrift.
Gausium geht im Phantas-Handbuch weiter: Ist die Umgebung von Glaswänden oder anderen stark lichtdurchlässigen Materialien umgeben, fällt ein Teil der Sensorik des S1 PRO aus, und der Einsatz wird dort ausdrücklich nicht empfohlen. Die Troubleshooting-Tabelle führt Glas und transparente Materialien als Ursache einer unscharfen oder „geisterhaften“ Karte auf und nennt die dokumentierte Abhilfe – virtuelle Wände ziehen, um die Karte zu begrenzen. Die Einschätzung ist dokumentationsbasiert; aber ein Hersteller, der seine eigene Sensorgrenze ins Handbuch schreibt, verdient dafür Anerkennung. Die Alternative ist ein Kunde, der es am dritten Tag selbst herausfindet.
Für unsere eigene Maschine ist dieselbe Frage dokumentiert, und die Antwort hat zwei Schichten. Nexaros FAQ hält fest, der Laserdistanzsensor des NR 1700 erkenne manche Glastüren oder Glaswände womöglich nicht („may not detect some glass doors or glass walls“), der Roboter erfasse solche transparenten Objekte jedoch über den Stoßfängersensor und navigiere entsprechend; zusätzlich lässt sich Glas in der Karte als No-Go-Zone markieren. Das Handbuch ergänzt den umgekehrten Fall: Glasböden können als Abgrund interpretiert werden, was die Maschine stoppt. Kamerafreie Navigation befreit einen Roboter also nicht vom Glasproblem – sie verlagert es vom Laser auf den Bumper, und der löst es, indem er das Glas berührt.
Die zweite Grenze ist das umgekehrte Problem: zu wenig Struktur statt zu viel. Laserlokalisierung braucht Geometrie, gegen die sie abgleichen kann. Nexaros Datenblatt gibt für den NR 1700 deshalb eine maximale freie, offene Fläche ohne charakteristische Objekte von 12 m × 12 m an, dazu eine maximale Reinigungsfläche von 1.000 m² je Auftrag; die FAQ nennt für den Laserdistanzsensor eine Erfassungsreichweite von bis zu 3 Metern. Bei der Reichweite ab Ladestation widersprechen sich die offiziellen Quellen: Die Datenblatt-Fußnote (Stand Februar 2025) nennt einen maximalen Abstand zur Ladestation von 35 m, die FAQ spricht von einem Radius von bis zu 32 Metern. Planen Sie mit der kleineren Zahl. Praktisch heißt das: Eine leere Lagerhalle kann für einen Roboter schwieriger sein als ein vollgestelltes Büro.
Die dritte Grenze ist banal und verursacht die meisten Abbrüche: das, was auf dem Boden liegt. Pudus CC1-Handbuch verlangt, Kabel vorab wegzuräumen, damit der Roboter sie nicht mitschleift, nennt eine Mindestdurchfahrtsbreite von 70 cm – für lange Gänge besser 75 cm – und toleriert Erhebungen bis 8 mm im Reinigungsbetrieb beziehungsweise 20 mm bei reiner Durchfahrt. Die MT1-Broschüre gibt 75 cm Mindestdurchfahrt an und nennt 20-mm-Schwellen und 35-mm-Rillen. Der Phantas braucht 650 mm Durchgang, und seine 20-mm-Angabe liest sich leicht falsch herum: Gausiums Spec-Zeile lautet „Minimum Height of Detected Obstacles“ – die kleinste Hindernishöhe, die die Maschine überhaupt erkennt, nicht die größte, die sie überfährt; das Handbuch erlaubt separat Türschwellen bis 3 cm. Bei der Steigung stehen zwei offizielle Dokumente gegeneinander: Die Spec-Seite nennt 5°, das Handbuch untersagt den Einsatz oberhalb von 8°. Stuhlbeine, Kabeltrommeln, Palettenecken und ein zu enger Gang am Regalende: Das ist die Liste, an der Einsätze wirklich scheitern. Und die Sensorik muss sauber und trocken bleiben – Gausiums Troubleshooting nennt einen verstaubten oder verdeckten Lasersensor als Ursache schlechter Karten und verordnet ein fusselfreies Tuch; im Außenbereich arbeiten die Phantas-Sensoren bei Regen, Nebel oder Schnee laut Handbuch nicht zuverlässig. Pudu beansprucht für den MT1 Max umgekehrt im offiziellen Produkt-Deck stabile Kartierung und Positionierung bei starkem Staub, Nebel und Sandsturm sowie die Erkennung von Szenarien von sehr hohen Decken über Glasdächer bis zu halboffenen Bereichen. Beachten Sie genau, was das ist: eine Aussage zur Kartierungsstabilität, keine Zusage, dass Glasflächen als Hindernis erkannt werden. Pudu verspricht das nicht – und wir tun es auch nicht.