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Vergleich · · 10 Min. Lesezeit

Kehrroboter im Vergleich: sechs Maschinen für den deutschen Markt

Ein Kehrroboter ist eine Trockenmaschine. Bürsten befördern loses Material in einen Behälter, ein Gebläse zieht den aufgewirbelten Staub durch einen Filter, und der Boden ist begehbar und befahrbar, sobald die Maschine ihn verlassen hat. Dieser eine Satz schließt schon das meiste aus, was Kunden erwarten, wenn sie nach einem Kehrroboter suchen. Realistisch verfügbar sind in Deutschland derzeit sechs autonome Kehrroboter, vier davon gehören zu unserem Programm: Den Pudu MT1 und den MT1 Max fahren wir selbst, dazu kommen der CenoBots S5 und das Adlatus SR1300, die im Programm neu sind. Die übrigen zwei – Kemaro K900 Gen II und K700 Compact – haben wir anhand ihrer eigenen Unterlagen recherchiert, und das sagen wir unten an jeder Stelle. Jede Zahl in diesem Artikel stammt aus einem Herstellerdatenblatt, einer Produktseite oder einer Broschüre, die wir selbst gelesen haben. Wo ein Hersteller nichts veröffentlicht, steht hier nichts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kehren ist trocken: kein Wasser, keine Trocknungszeit, keine Entfernung von Anhaftendem. Ein Kehrroboter ersetzt keinen Scheuersaugroboter – er läuft vor ihm.
  • Die sechs Maschinen zerfallen in zwei Klassen: kompakte Hallen- und Flächenkehrer (Pudu MT1/MT1 Max, Kemaro K900/K700) und schwere Industriesysteme (CenoBots S5, Adlatus SR1300 mit 485 kg). Vier der sechs gehören zu unserem Programm, die beiden Kemaro-Maschinen sind Marktbeobachtung.
  • Die m²/h-Angaben sind nicht vergleichbar. Gemessen am jeweils eigenen geometrischen Maximum liegen die Herstellerwerte zwischen rund 43 % und rund 98 % der rechnerischen Obergrenze.
  • Kein Hersteller veröffentlicht für diese sechs Maschinen einen dB(A)-Wert. Und nur das Adlatus-System entleert seinen Behälter selbst – bei den anderen fünf tut das weiterhin ein Mensch.

CC1 vs. CC1 Pro — geprüfte Daten

Pudu MT1MT1 MaxCenoBots S5Adlatus SR1300Kemaro K900 Gen IIKemaro K700
Fläche und Aufnahme
Flächenleistung (Herstellerangabe)1.800 m²/h2.200 m²/h~2.500 m²/h5.000 m²/h (theoretisch)1.000 m²/h750 m²/h
Kehrbreite700 mm700 mm820 mm800–1.271 mm900 mm700 mm
Schmutzbehälter35 l35 l50 l115 l35 l11 l
Max. Geschwindigkeit1,2 m/s1,2 m/s1,4 m/s1,11 m/s0,7 m/s0,7 m/s
Energie und Format
Laufzeit4–8 h5–10 h (Standardmodus 8 h)5–7 hbis 8 h (max. Akkuausbau)bis 4 hbis 4 h
Ladezeit< 3 h< 3,5 h2 h5 h (2,5 h mit Doppellader)90 min90 min
Gewicht65 kg85 kg130 kg485 kg32 kg< 25 kg
Bauhöhe490 mm675 mm990 mm1.500 mm350 mm250 mm
Navigation und Staubtechnik
NavigationVSLAM + Marker + Lidar SLAMVSLAM + Marker + 3D-LiDAR-SLAM32-Strahl-3D-LiDAR, 100 TOPS2D- + 3D-Lidar, kamerafrei2D-LiDAR 270° + 3D-Kamera2D-LiDAR 270° + 3D-Sensor
StaubtechnikUnterdruck + FilterUnterdruck + autom. FilterreinigungHEPA + FilterrüttlerKlasse M, 5,5 / 6,4 m², autom. AbreinigungLuftfilter 2 m² + Automatic Filter CleanerLuftfilter 2 m² + Automatic Filter Cleaner

Es gibt keine Lautstärkezeile, weil kein Hersteller für diese sechs Maschinen einen dB(A)-Wert veröffentlicht. Es gibt auch keine Steigungszeile: Pudu nennt für den Basis-MT1 keine Steigung, sondern 20 mm Schwellen und 35 mm Fugen. Die Flächenleistungen sind Herstellerangaben und nicht nach derselben Methode ermittelt – siehe Abschnitt 04. Spot-Modi (MT1 6.000 m²/h, MT1 Max 7.000 m²/h) sind eigene Betriebsarten, keine Flächenreinigung.

01

Was ein Kehrroboter ist – und was nicht

Der Mechanismus ist bei allen sechs Maschinen derselbe. Rotierende Bürsten befördern loses Material in einen Behälter, während ein Gebläse das Gehäuse unter Unterdruck setzt und den aufgewirbelten Staub durch einen Filter zieht. Pudu nennt das „Active Dust Control", Kemaro spricht von Staubabsaugung, Adlatus filtert nach Klasse M. Wasser kommt an keiner Stelle vor – kein Frischwassertank, kein Schmutzwasser, keine Dosierung, keine Trocknungszeit. Der Boden hinter der Maschine ist trocken, und ein Stapler kann sofort darüberfahren.

Daraus folgt der Punkt, den Käufer regelmäßig unterschätzen: Ein Kehrroboter entfernt nichts, was haftet. Reifenspuren, eingetrocknete Verschmutzungen, Fettfilm, Flüssigkeiten – dafür braucht es Wasser, Bürstendruck und eine Absaugleiste, also einen Scheuersaugroboter. Kemaro schreibt ausdrücklich, dass der K900 keine Flüssigkeiten aufkehrt. Das Adlatus-Datenblatt ist ebenso deutlich: Das SR1300 kehrt und saugt, aber es scheuert nicht. Wer Flecken loswerden will, kauft mit einem Kehrroboter die falsche Maschinenklasse – egal wie gut sie ist.

Die dritte Klasse im Feld sind Saugroboter, die auf Teppich und textile Böden in Büros und Hotels ausgelegt sind – anderer Bodentyp, andere Aufgabe. In der Praxis stehen die trockene und die nasse Klasse ohnehin nicht in Konkurrenz, sondern in einer Reihenfolge: erst kehren, damit das Grobe weg ist, danach scheuern gegen den Film, der bleibt. CenoBots formalisiert genau das als „TeamClean" zwischen dem S5 und den eigenen Scheuersaugmaschinen, und Adlatus positioniert das SR1300 identisch. Welche Klasse zu Ihrem Gebäude passt, klärt unser Klassenüberblick.

02

Die beiden mit eigenen Betriebsstunden: Pudu MT1 und MT1 Max

Der Pudu MT1 ist das kompakte Ende des Feldes: 840 × 600 × 490 mm, 65 kg, 700 mm Kehrbreite über zwei Tellerbürsten, 35-Liter-Behälter. Pudu nennt maximal 1.800 m²/h im Standard-Reinigungsmodus und 6.000 m²/h im KI-Spot-Modus, einen 45-Ah-Akku, eine Laufzeit von 4–8 Stunden „differenziert nach Reinigungsstufen" und unter 3 Stunden Ladezeit. Navigiert wird mit VSLAM, Positionsmarkern und Lidar SLAM. Für die Planung sind zwei Zahlen wichtiger als die Flächenleistung: Er braucht mindestens 75 cm freie Fahrbahn und überwindet 20 mm Schwellen sowie 35 mm Fugen. Das Handbuch beschränkt ihn auf ebene, befestigte Innenböden.

Der MT1 Max ist nicht einfach ein größerer MT1. Gleiche 700 mm Kehrbreite, gleicher 35-Liter-Behälter, aber 2.200 m²/h (7.000 m²/h im Spot-Modus), 5–10 Stunden Laufzeit bei ausgewiesenen 8 Stunden im Standardmodus, unter 3,5 Stunden Ladezeit, 85 kg und 675 mm Bauhöhe sowie ein zusätzliches 3D-LiDAR im Navigationsstack. Der eigentliche Unterschied ist, wohin er darf: vollständige IP54-Abdichtung, Betriebstemperatur −10 bis 45 °C, 5 cm Bremsschwellen, 8° Steigung, eine 1,2 Meter hohe Warnleuchte plus Sicherheitsprojektionslicht und ein Vibrationssystem, das den Filter im Betrieb frei hält. Pudu vermarktet ihn als Outdoor- und Semi-Outdoor-Kehrmaschine – Parkflächen, Höfe, Bahnhofsvorplätze. Der Detailvergleich steht in unserem Artikel MT1 gegen MT1 Max.

Was wir nicht tun: Laufzeit mit Flächenleistung multiplizieren. Pudu gibt für den MT1 4–8 Stunden an und schreibt ausdrücklich dazu, dass die Spanne nach Reinigungsstufe differenziert – die 8 Stunden liegen am unteren Leistungsende, nicht bei 1.800 m²/h. Beim Max steht neben „5–10 h" ausdrücklich „Standardmodus 8 h". Wer 2.200 mit 10 multipliziert, erhält eine Zahl, die in keinem Pudu-Dokument steht. Ebenso wenig veröffentlicht Pudu eine Fläche-pro-Behälter-Angabe oder einen dB(A)-Wert für eine der beiden Maschinen – und wir erfinden keine.

MT1
MT1 Max
S5
SR1300
MT1MT1 MaxS5SR1300
Die vier Kehrroboter in unserem Programm, 1:1 aus offiziellem Referenzmaterial vektorisiert – keine illustrativen Icons.
03

Die beiden anderen im Programm – und der übrige Markt

Zwei der vier Maschinen aus unserem Programm stehen hier: der CenoBots S5 und das Adlatus SR1300, beide neu im Programm. Die beiden Kemaro-Maschinen sind Marktbeobachtung. So oder so stammt alles in diesem Abschnitt aus offiziellen Datenblättern, Broschüren und Produktseiten, die wir an der Quelle gelesen haben: Es ist Dokumentation.

Der CenoBots S5 ist ein schwererer Industriekehrer: ~2.500 m²/h, 820 mm Kehrbreite, 50-Liter-Behälter, 130 kg, 1.030 × 720 × 990 mm, LFP-Akku mit 75 Ah, 5–7 Stunden Laufzeit und 2 Stunden Schnellladung. Er passt durch 810 mm breite Durchgänge, reinigt bis 0 cm an die Wand und schafft 8° Steigung. Die Sensorik ist auf dem Papier die stärkste dieser Gruppe – ein NVIDIA-Chip mit 100 TOPS und ein 32-Strahl-3D-LiDAR mit bis zu 150 m Erfassungsreichweite – und der Hersteller nennt ausdrücklich Fahrzeugerkennung für Stapler und AGV. Die Staubkontrolle läuft über HEPA-Filtration mit automatischem Filterrüttler, und das in der Broschüre genannte Schmutzspektrum ist ungewöhnlich konkret: Holzspäne, Verpackungsfolie, Plastikflaschen, Karton, Schrauben. Eine Einschränkung zum beworbenen 24/7-Betrieb: 2 Stunden Laden gegen 5–7 Stunden Fahren heißt, dass eine einzelne Maschine rund ein Viertel des Zyklus nicht verfügbar ist.

Das Adlatus SR1300 fällt aus dem Feld heraus und ist eine andere Art von Anschaffung. Laut Datenblatt v3.0 wiegt es 485 kg und misst 1.700 × 1.300 × 1.500 mm – Website und ältere Unterlagen von Adlatus nennen bei beidem abweichende Werte, ein Widerspruch, den man sich im Angebot klären lässt – und es kehrt 800 mm mit der Hauptbürste und bis zu 1.271 mm mit zwei Seitenbürsten und fasst 115 Liter, gefiltert über Taschenfilter mit 5,5 m² oder Patronenfilter mit 6,4 m² der Klasse M, die automatisch abgereinigt werden. Ein 24-V-System mit 2,63 kW installierter Leistung arbeitet mit drei bis acht Akkus, rund 180 Ah erweiterbar auf 480 Ah, und erreicht damit bis zu 8 Stunden Laufzeit in der maximalen Akku-Ausstattung – für die Standardversion nennen Händler übereinstimmend rund 2,5 Stunden; das Laden dauert 5 Stunden, mit doppelter Ladeausstattung 2,5. Es fährt 1,11 m/s, nimmt 20 % Steigung und braucht 3 Meter zwischen den Wänden zum Wenden. Zwei Dinge heben es ab: Die Maschine navigiert mit 2D- und 3D-Lidar und bewusst ohne hochauflösende Kameras, offline und ohne dauerhafte Internetverbindung – Adlatus positioniert das als Privacy by Design nach DSGVO. Und die Servicestation S1300 lädt induktiv und entleert den Kehrgutbehälter selbstständig, mit einer Hochentladung bis 1.450 mm in einen Standard-Müllcontainer nach DIN EN 840 mit 1.100 Litern. Das Datenblatt weist CE-Zertifizierung und Kollisionsvermeidung nach Performancelevel D gemäß EN IEC 63327 aus. Adlatus gibt an, in Ulm zu entwickeln und zu produzieren, und ist seit September 2025 mit NEURA Robotics verbunden.

Die KEMARO AG im schweizerischen Eschlikon besetzt das andere Ende mit zwei flachen, leichten Maschinen. Der K900 Gen II leistet 1.000 m²/h bei 90 cm Kehrbreite, 35 Liter, bis 4 Stunden Laufzeit bei 90 Minuten Ladezeit, 32 kg, 79 × 72 × 35 cm, 12 % Rampensteigung, IP54, ein 2-m²-Luftfilter mit patentiertem Automatic Filter Cleaner, eine 270°-2D-LiDAR-Krone plus 3D-Kamera und den BlueSpot, der die Bewegung des Roboters für Staplerfahrer auf den Boden projiziert. Eine Dockingstation deckt bis zu 20.000 m² ab, mehrere Stationen skalieren auf 100.000 m²; die Varianten ECO, SMART und TOP werden nach Flächengröße verkauft, dazu kommt eine K-Integrated-Version für Flottenmanagementsysteme. Kemaros FAQ verbietet den Betrieb in ATEX-Zonen und das Aufkehren brennbarer oder explosiver Stoffe ausdrücklich. Ein Widerspruch gehört dazu: Das aktuelle Factsheet und Kemaros eigene Pressemitteilung von 2025 nennen 4 Stunden Laufzeit, während der Knowledge Hub des Herstellers und die meisten Händler weiterhin die 5 Stunden der ersten Generation führen. Wir rechnen mit 4. Der K700 Compact ist dieselbe Technik bei 750 m²/h und 70 cm Kehrbreite, 11 Litern und unter 25 kg, gebaut um eine einzige Zahl: 25 cm Bauhöhe, niedrig genug für die Reinigung unter Regalen und Maschinen. Die maximale Restmüllgröße gibt Kemaro als Zylinder von 35 × 100 mm an. Der Vorbehalt betrifft die Verfügbarkeit: Kemaro selbst schreibt, der K700 stehe vor dem Marktstart und verzeichne bereits hohe Vorbestellungen – im August 2026 führte ihn kein deutscher Händler im Verkauf. Und ob er überhaupt eine Dockingstation nutzt, veröffentlicht Kemaro nicht.

04

Auswahlkriterien: was tatsächlich entscheidet

Beginnen Sie damit, der m²/h-Angabe zu misstrauen – auch unserer. Multipliziert man Kehrbreite mit Höchstgeschwindigkeit, ergibt sich für jede Maschine ein geometrisches Maximum: die Fläche, die sie überstriche, führe sie geradeaus ohne Wenden, ohne Überlappung, ohne Hindernisse. Der Abstand zwischen dieser Obergrenze und dem veröffentlichten Wert ist bei den sechs Maschinen völlig unterschiedlich. Adlatus nennt 5.000 m²/h bei einem geometrischen Maximum von rund 5.080 – und schreibt selbst „theoretisch" dazu. Kemaro nennt für den K900 Gen II 1.000 m²/h bei rund 2.270, also weniger als die Hälfte der Obergrenze. Pudus MT1 liegt bei 1.800 zu rund 3.020, der S5 bei ~2.500 zu rund 4.130, der K700 bei 750 zu rund 1.760. Wer diese Zahlen nebeneinanderstellt, vergleicht keine Maschinen, sondern Angabepraktiken. Fragen Sie jeden Anbieter, wie sein Wert zustande kommt.

Schauen Sie dann, was tatsächlich auf Ihrem Boden liegt. Feinstaub, Holz- oder Metallpartikel sprechen für Klasse-M-Filtration mit automatischer Abreinigung – zertifiziert als Klasse M beim Adlatus SR1300 und beim Kemaro K900; der K700 hat eine automatische Filterabreinigung ohne veröffentlichte Filterklasse; der S5 arbeitet mit HEPA und Filterrüttler. Sperriges Leichtgut – Folie, Karton, leere Flaschen – ist ein anderes Problem, und CenoBots wird hier mit Abstand am deutlichsten – allein damit ist der Hersteller allerdings nicht, denn Pudus MT1-Broschüre nennt beiläufig Schmutz „like leaves and bottles". Kemaro veröffentlicht stattdessen eine harte Grenze: Zylinder 35 × 100 mm beim K700. Die Behältergröße folgt aus dem Schmutzaufkommen, und die Spanne beträgt Faktor zehn, von 11 Litern beim K700 bis 115 beim SR1300. Wie viele Quadratmeter eine Füllung trägt, veröffentlicht kein Hersteller für eine der sechs Maschinen – also kann es Ihnen auch niemand seriös sagen, wir eingeschlossen.

Das Kriterium, das in den meisten Angeboten fehlt, ist die Frage, wer die Maschine leert. Fünf der sechs docken und laden selbstständig – zum Laden des K700 veröffentlicht Kemaro nichts –, doch außer beim Adlatus geht weiterhin ein Mensch hin, zieht den Behälter und trägt ihn zur Tonne. Nur das Adlatus-System schließt den Kreis: Die Station S1300 entleert den 115-Liter-Behälter automatisch in einen 1.100-Liter-Container. Das ist die eigentliche Grenze zwischen „autonom" und „unbeaufsichtigt", und sie entscheidet, ob eine Nachtschicht ohne Personal vor Ort läuft. Auch die Reichweite der Dockingstation lohnt die Frage: Kemaro veröffentlicht bis zu 20.000 m² je Station, Pudu liefert die Station des MT1 als Zubehör statt serienmäßig, und zum K700 veröffentlicht Kemaro dazu gar nichts.

Bleiben Navigation und Verkehr. Wenn die Maschine sich den Boden mit Staplern teilt, zählen dokumentierte Funktionen, keine Adjektive: Der S5 beansprucht Fahrzeugerkennung mit Ausweichplanung, Kemaro projiziert den BlueSpot für Fahrer und ergänzt mechanischen Absturzschutz, der MT1 Max trägt eine 1,2-m-Warnleuchte plus Projektionslicht mit akustischen Signalen, und Adlatus zertifiziert Kollisionsvermeidung nach Performancelevel D gemäß EN IEC 63327. Für den Basis-MT1 dokumentiert Pudu Multi-Sensor-Kollisionsvermeidung, aber nichts speziell zu Fahrzeugen – wer ihn in Staplerverkehr stellt, stützt sich auf allgemeine Hinderniserkennung, nicht auf eine dokumentierte Fahrzeugfunktion. Von der anderen Seite begrenzt die Zugänglichkeit die Wahl: Der K700 kommt mit 25 cm unter Regale, die hier sonst niemand erreicht, während das 1,5 m hohe SR1300 3 m zwischen den Wänden zum Wenden braucht und der MT1 75 cm freie Fahrbahn. Eine Beschaffungsnotiz noch: Von den sechs Maschinen weist nur das Adlatus-Datenblatt die CE-Zertifizierung ausdrücklich aus. Das heißt nicht, dass die anderen keine haben – es heißt, dass Sie die Konformitätserklärung beim Händler anfordern, statt sie vorauszusetzen.

05

Wo Kehrroboter hingehören – und wo nicht

Das natürliche Zuhause ist die Halle. In Lagerhallen ist die Verschmutzung genau das, wofür diese Maschinen gebaut sind – Palettenabrieb, Verpackungsfolie, Karton, Staub auf versiegeltem Beton –, und der Boden ist breit, hart und zusammenhängend. Alle sechs Maschinen werden für Lager und Logistik positioniert. Adlatus bewirbt den Betrieb „außerhalb der Arbeitszeiten" als Regelfall, was dem entspricht, wie diese Maschinen in Deutschland tatsächlich laufen: nachts oder in der Lücke zwischen zwei Schichten.

In der Produktion zählt der Filter mehr als die Flächenleistung. Holz- und Metallstaub sind ein Prozessproblem, bevor sie ein Sauberkeitsproblem sind – deshalb ist Klasse-M-Filtration mit automatischer Abreinigung die relevante Angabe, und deshalb verlängert Kemaro das Filterserviceintervall über den Automatic Filter Cleaner. Zwei harte Grenzen gehören hier auf den Tisch: Kemaro verbietet den K900 ausdrücklich in ATEX-Zonen und im Umgang mit brennbaren oder explosiven Stoffen. Und die Adlatus-Entscheidung, ohne hochauflösende Kameras zu navigieren, ist genau das, was die Maschine im Prototypenbau und in sicherheitsrelevanten Hallen einsatzfähig macht, in die kamerabasierte Roboter gar nicht erst hineindürfen.

Parkhäuser sind das Szenario, das die Maschinen trennt. Dort braucht es Rampen, Bremsschwellen und Toleranz gegenüber feuchter, staubiger Luft. Der MT1 Max ist dafür gebaut – IP54, 5 cm Schwellen, 8° Steigung, −10 bis 45 °C –, und auch der S5 überfährt Bremsschwellen und schafft 8°; Adlatus führt Parkhäuser als offizielle Zielbranche, veröffentlicht aber keine IP-Schutzart, also nur überdachte Ebenen. Der Basis-MT1 gehört hier nicht hin: Sein Handbuch beschränkt ihn auf ebene, befestigte Innenböden, und eine Steigungsangabe existiert für ihn überhaupt nicht.

Wo sie nicht hingehören: auf Teppich jeder Art, in Nassbereiche und in gästenahe Ruhezonen. Der letzte Punkt verdient eine klare Aussage statt einer Beruhigung. Keiner der vier Hersteller hinter diesen sechs Maschinen veröffentlicht einen dB(A)-Wert für seine Kehrmaschine. Händlerangaben kursieren, aber ein Shop-Eintrag ist kein Datenblattwert – deshalb steht in der Tabelle oben keine Lautstärkezeile, und deshalb versprechen wir für keine Maschine dieser Klasse leisen Tagbetrieb. Wenn ein Anbieter Ihnen eine Dezibelzahl nennt, fragen Sie, aus welchem Herstellerdokument sie stammt. Wir stellen dieselbe Frage, und bisher hat sie niemand beantwortet. Und für überdachte Außenbereiche – Parkhäuser, Ladehöfe, Eingangszonen – ordnet Kehrroboter im Außenbereich ein, was dort wirklich dokumentiert ist.

06

Häufige Fragen

Ein Kehrroboter arbeitet trocken: Bürsten befördern loses Material in einen Behälter, ein Gebläse zieht den Staub durch einen Filter. Kein Wasser, keine Chemie, keine Trocknungszeit, der Boden ist sofort befahrbar. Ein Scheuersaugroboter bringt Wasser auf, bearbeitet den Boden mit Bürstendruck und saugt das Schmutzwasser wieder ab – nur so lässt sich Anhaftendes wie Reifenspuren oder eingetrocknete Verschmutzung entfernen. Kehrroboter ersetzen Scheuersaugroboter nicht, sie laufen davor: erst das Grobe kehren, danach scheuern.

Seriös kann Ihnen das niemand sagen, denn keiner der vier Hersteller in diesem Vergleich veröffentlicht einen dB(A)-Wert für seine Kehrmaschine. Pudu, CenoBots, Adlatus und Kemaro schweigen in Datenblättern, Produktseiten und Broschüren zur Lautstärke. Auf Händlerseiten kursieren Zahlen, aber das sind Shop-Angaben, keine gemessenen Datenblattwerte. Alle diese Maschinen sind gebläsegetriebene Industriegeräte für Lager, Produktion und Parkhäuser und gehören entsprechend in die Nacht, in Randzeiten oder in den industriellen Tagbetrieb – nicht in gästenahe Ruhezonen.

Das hängt an drei Punkten, und die Flächengröße ist davon der unwichtigste. Erstens am Schmutz: feiner Holz- oder Metallstaub spricht für Klasse-M-Filtration mit automatischer Abreinigung, wie beim Adlatus SR1300 und dem Kemaro K900, während sperriges Leichtgut wie Folie und Karton das ist, was CenoBots für den S5 benennt. Zweitens an der Zugänglichkeit: Der Kemaro K700 misst 25 cm Bauhöhe und kommt unter Regale, das Adlatus SR1300 ist 1,5 m hoch und braucht 3 m zwischen den Wänden zum Wenden. Drittens an der Entleerung: Nur das Adlatus-System entleert seinen Behälter selbst in einen 1.100-Liter-Container, bei allen anderen Maschinen hier übernimmt das ein Mensch. Vier der sechs sind über uns verfügbar: Pudu MT1 und MT1 Max, CenoBots S5 und Adlatus SR1300.

Mehrere dieser Maschinen sind ausdrücklich dafür gebaut, aber die Dokumentation unterscheidet sich deutlich. CenoBots beansprucht für den S5 Fahrzeugerkennung mit Ausweichplanung, Kemaro projiziert den BlueSpot als Warnlicht für Fahrer, der Pudu MT1 Max trägt eine 1,2 Meter hohe Warnleuchte plus Sicherheitsprojektionslicht mit akustischen Signalen, und Adlatus zertifiziert Kollisionsvermeidung nach Performancelevel D gemäß EN IEC 63327. Für den Basis-MT1 dokumentiert Pudu dagegen Multi-Sensor-Kollisionsvermeidung, ohne etwas speziell zu Fahrzeugen zu sagen – der Einsatz im Staplerverkehr stützt sich dort auf allgemeine Hinderniserkennung, nicht auf eine dokumentierte Fahrzeugfunktion.

Bei fünf der sechs Maschinen ja – sie fahren selbstständig zur Station und laden (zum Laden des K700 veröffentlicht Kemaro nichts), aber der Behälter wird von Hand gezogen und geleert – 35 Liter bei Pudu MT1, MT1 Max und Kemaro K900, 50 beim CenoBots S5, 11 beim Kemaro K700. Nur das Adlatus SR1300 schließt den Kreis: Seine Servicestation S1300 lädt induktiv und entleert den 115-Liter-Behälter automatisch in einen Standard-Müllcontainer nach DIN EN 840 mit 1.100 Litern. Wie oft das Leeren ansteht, hängt vollständig vom Schmutzaufkommen ab – kein Hersteller veröffentlicht für eine dieser Maschinen eine Fläche-pro-Behälter-Angabe.

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