Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks veröffentlicht einen Branchenreport, erstellt von der IW Consult, der Beratungstochter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die Ausgabe vom Juni 2025 weist 34.824 Betriebe, 658.325 Beschäftigte und 27,55 Mrd. Euro Umsatz aus; Datenbasis ist die Handwerkszählung des Statistischen Bundesamtes (Berichtszeitraum bis 2023). Der Verband bezeichnet das Gebäudereiniger-Handwerk als Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk, und der Anteil stützt das: 11,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Handwerksbeschäftigten arbeiteten 2023 in der Gebäudereinigung. Zur Einordnung: Das Statistische Bundesamt zählt für 2024 im gesamten Handwerk rund 564.000 Betriebe, 6,0 Millionen tätige Personen und 762 Milliarden Euro Umsatz.
Was die Personalsituation schwierig macht, ist nicht Schrumpfung – es ist Wachstum. Im Berichtszeitraum 2008–2023 der Handwerkszählung wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Gebäudereinigung um 51,7 Prozent, im Gesamt-Handwerk um 14,9 Prozent. Laut demselben Report stammen 29,6 Prozent aller zusätzlich entstandenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Handwerk allein aus der Gebäudereinigung. Der Umsatz entwickelte sich parallel: zwischen 2015 und 2024 stieg er in der Gebäudereinigung um 80,2 Prozent, im Gesamt-Handwerk um 40,1 Prozent.
Das ist die Form des Problems, und sie gehört klar benannt, weil sie der üblichen Erzählung widerspricht. Hier schrumpft keine Branche, der die Leute weglaufen. Hier wächst eine Branche, die dauerhaft rekrutieren muss, nur um gegen das eigene Auftragsbuch nicht zurückzufallen – in einem Arbeitsmarkt, in dem jeder andere Einstiegsarbeitgeber gleichzeitig aus demselben Pool rekrutiert. Die Nachfrage nach gereinigten Quadratmetern wächst schneller als die Zahl der Menschen, die sie zu den Zeiten reinigen wollen, zu denen die Arbeit anfällt.