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Maschinenporträt · · 13 Min. Lesezeit

Adlatus CR700C und CR700D: Der Scheuersaugroboter aus Ulm im Marktüberblick

Der Adlatus CR700 taucht in Ausschreibungen für Industrie- und Logistikflächen regelmäßig auf, meist als deutsche Alternative zu asiatischen Scheuersaugrobotern. Deshalb vorweg das Wichtigste: Der CR700 ist über unser Programm verfügbar und dort neu. Was hier steht, ist eine Dokumentenbewertung – die offiziellen Broschüren zu CR700C und CR700D in der Fassung 09/2025, die älteren Broschürengenerationen, die offizielle Produktseite und die Mitteilungen des Herstellers, jede Zahl von uns selbst an der Quelle gelesen statt von einer Händlerseite übernommen. Was kein Dokument klärt, ist, wie sich diese Maschine im dritten Betriebsjahr verhält. Was wir können: die veröffentlichten Angaben sauber lesen, benennen, wo die Broschüre nicht trägt, und den CR700 ehrlich gegen die Scheuersaugroboter stellen, die wir täglich vermieten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CR700 ist über uns verfügbar, aber neu im Programm – jede Zahl hier stammt aus Adlatus-Unterlagen, nicht aus der eigenen Flotte. CR700C und CR700D sind eine Plattform mit zwei Bürstendecks: 260 kg, 700 mm Reinigungsbreite, 60 l Frisch- und 55 l Schmutzwasser, 4 bis 6 Stunden pro Ladung – bei beiden identisch.
  • Der C fährt zwei Walzenbürsten mit bis zu 550 U/min und nimmt Grobschmutz beim Nassreinigen in einen Behälter auf; der D fährt zwei 330-mm-Tellerbürsten oder Pads mit bis zu 140 U/min für glatte und empfindliche Böden.
  • Die plakativen 2.750 m²/h sind von Adlatus selbst als theoretisch gekennzeichnet und entsprechen Arbeitsbreite mal Höchstgeschwindigkeit; das eigene Rechenbeispiel des Herstellers landet bei rund 2.500 m²/h – auch das ist kein Messwert.
  • Eine Lautstärkeangabe gibt es in keiner Adlatus-Quelle, und das CR700D-Datenblatt druckt einen unplausiblen Anpressdruck von „38 bar" – mit beiden Werten rechnen wir nicht. Der Superlativ vom einzigen kamerafreien Hersteller steht nur in der überholten Broschüre von 02/2024; die aktuelle Dokumentation sagt „einer von wenigen", und das ist eine Korrektur, die man anerkennen darf.
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Was der CR700 ist – und was wir dazu sagen können und was nicht

Zuerst deutlich, weil es bestimmt, wie Sie alles Folgende lesen sollten: Der CR700 ist über unser Programm verfügbar und dort neu. Jede Zahl in diesem Artikel stammt aus der eigenen Dokumentation der ADLATUS Robotics GmbH – der CR700C-Broschüre in Version 4.0 (09/2025) und der CR700D-Broschüre in Version 2.0 (09/2025), die wir beide vollständig gelesen haben, dazu die ältere Broschüre von 03/2020, die offizielle Produktseite und die Mitteilung des Herstellers zur Neura-Partnerschaft. Keine Händlerseiten, keine Vergleichsportale. Wo der Hersteller etwas behauptet, das wir nicht prüfen können, steht es hier als Herstellerangabe und nicht mehr.

Der CR700 ist ein autonomer Scheuersaugroboter eines Herstellers aus Ulm, und er reinigt nass. Er dosiert Wasser und Reinigungsmittel auf den Boden, schrubbt und zieht die Flotte mit der Rakel hinter sich wieder ab. Was er hinterlässt, ist ein dünner, glänzender Film, der in Minuten trocknet – dieselbe Bodenoptik wie bei unseren CenoBots-Maschinen, nie das trockene Bild einer Kehrmaschine. Die Plattformwerte aus beiden Broschüren: 700 mm Reinigungsbreite und 750 mm Aufnahmebreite plus Seitenbesen, 60 Liter Frischwassertank, 55 Liter Schmutzwassertank und 2 Liter Reinigungsmittelbehälter, jeweils mit vollautomatischer Dosierung im Reinigungsbetrieb; maximal 260 kg Gewicht; 827 × 1.267 × 1.067 mm (B × L × H); Lithium-Ionen-Akku wahlweise mit 120 Ah oder 180 Ah; 4 bis 6 Stunden Reinigungszeit pro Ladung je nach Akkuoption und Reinigungsintensität; 1,5 bis 2,5 Stunden Ladezeit mit Schnellladung; bis zu 4 km/h, individuell einstellbar.

Interessanter als der Roboter ist das System. Die optionale Servicestation S700-2 – in der Produktdetail-Tabelle der Broschüre ausdrücklich als optional geführt, was zählt, denn die Vollautonomie ist eine Ausbaustufe und nicht die Basismaschine – lädt den Akku, füllt Frischwasser nach, entleert den Schmutzwassertank und startet Reinigungsprogramme nach hinterlegtem Zeitplan an jedem Wochentag. Adlatus nennt für die Station rund 70 kg bei 980 × 345 × 911 mm, Laden in 1,5 bis 2,5 Stunden, Frischwasser in unter 10 Minuten, Schmutzwasser in unter 5 Minuten. Sie braucht einen 3/4"-Wasseranschluss mit mindestens 3 bis 6 bar, abgesichert über ein Aquastop-Ventil, das die Station selbst schließen kann, und eine 230-V-Steckdose. Neben dem autonomen Betrieb gibt es einen manuellen: Für spontane Stellen lässt sich der Roboter über ein mobiles Endgerät an den gewünschten Ort steuern. Und das gesamte System arbeitet laut Hersteller vollständig ohne WLAN und ohne dauerhafte Internetverbindung – ein Punkt, den Adlatus für sicherheitskritische Umgebungen wie Prototypenbau und öffentliche Gebäude positioniert.

Im Lebenszyklus ist die Maschine aktuell, nicht angekündigt. Beide Broschüren tragen den Versionsstand September 2025, und eine Fachmeldung vom Februar 2026 zeigt Adlatus auf der LogiMAT 2026 in Halle 10, Stand 10C58, mit CR700C/D und dem SR1300, der trockenen Maschine im selben Programm, die wir in einem eigenen Artikel behandeln. Eine Sache gehört präzise gesagt: Seit September 2025 besteht eine strategische Partnerschaft mit NEURA Robotics, und die aktuellen Broschüren und die Lackierung der Roboter tragen die gemeinsame Marke. Die eigene Mitteilung des Herstellers beschreibt eine Partnerschaft zweier Unternehmen, keine Übernahme – wer geschäftlich einsteigt, sollte sich also schriftlich klären lassen, wer Vertragspartner ist, wer die Maschine serviciert und wie die Markenstrategie weitergeht.

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C oder D: derselbe Roboter, zwei Bürstendecks

Adlatus verkauft den CR700 als eine Produktlinie mit zwei Varianten, und die beiden Broschüren zeigen, wie weit das trägt. Reinigungsbreite, Aufnahmebreite, Seitenbesen, Tanks, Reinigungsmittelbehälter, Akkuoptionen, Laufzeit, Ladezeit, Geschwindigkeit, die theoretische Flächenleistung, Gewicht, Maße, Sensorik, Software, Sicherheitsnorm und die Station S700-2 stehen in beiden Dokumenten wortgleich. Der gesamte Unterschied ist das Bürstendeck – und er entscheidet, auf welche Böden die Maschine gehört.

Der CR700C fährt zwei Walzenbürsten mit 180 mm Durchmesser und 656 mm Länge bei bis zu 550 U/min. Sein Unterscheidungsmerkmal ist nicht der Bürstentyp, sondern was er mit losem Schmutz macht: Die Walzenbewegung befördert grobe Partikel während des Nassreinigens in einen Auffangbehälter, sodass – so die Darstellung des Herstellers – das zeitaufwendige Vorkehren entfällt. Adlatus positioniert das Walzendeck für strukturierte und unebene Böden sowie für Oberflächen mit Fugen und Rissen, in denen sich Schmutz festsetzt. Für die Vorführung wichtig: Das Volumen dieses Auffangbehälters wird nirgends angegeben – und es ist der Behälter, den bei Ihnen jemand regelmäßig leeren muss.

Der CR700D fährt zwei Tellerbürsten oder Pads mit 330 mm Durchmesser bei bis zu 140 U/min – einem Viertel der Walzendrehzahl. Der Sinn dieses Decks ist die Auswahl an Verbrauchsmaterial: Bürsten reinigen tief in Poren und Fugen, Pads erlauben schonende Pflege empfindlicher Böden, und die Maschine wird über die Wahl von Bürste oder Pad an Fliesen, Beton, PVC oder Naturstein angepasst. Eine Grobschmutzaufnahme beschreibt Adlatus beim D nicht – loses Material bleibt hier Vorarbeit.

Zwei Warnungen zu den Quellen, über die wir selbst gestolpert sind. Erstens lobt der Fließtext der D-Broschüre „die hohe Drehzahl der Tellerbürsten", während die eigene Datentabelle eine Seite später maximal 140 U/min nennt – und der Absatz zur Kantenreinigung in derselben Broschüre beschreibt Walzenbürsten, die Schmutz in einen Auffangbehälter transportieren, also aus dem C-Dokument übernommenen Text. Zweitens sind Händlertexte zu dieser Maschine unzuverlässig: Mindestens eine deutsche Händlerseite beschreibt den CR700C, die Walzenmaschine, als Tellerbürstengerät. Lesen Sie die offiziellen Datentabellen, die eindeutig sind, und ignorieren Sie den Rest.

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Die geprüften Eckdaten – und wo die Broschüre nicht trägt

Beginnen wir mit der Zahl, die alle zitieren. Beide Broschüren nennen 2.750 m²/h unter der Überschrift „Reinigungsleistung (theoretisch)", mit dem Zusatz, dass sie von Umgebung und Reinigungsintensität abhängt. Rechnen Sie nach, dann sehen Sie, woher sie kommt: 4 km/h sind 1,11 m/s, multipliziert mit der Reinigungsbreite von 700 mm ergibt das rund 2.800 m²/h. Die plakative Zahl ist also im Wesentlichen die geometrische Obergrenze bei Höchstgeschwindigkeit, ohne Abzug für Wenden, Überlappung, Hindernisse oder Nachfüllen – und genau deshalb kennzeichnet Adlatus sie als theoretisch, und zwar anerkennenswerterweise in der Datentabelle selbst. Dieselben Broschüren liefern ein Rechenbeispiel: Bei durchschnittlich rund 4 Stunden Betrieb kann die Maschine theoretisch etwa 10.000 m² pro Akkuladung reinigen. Das entspricht rund 2.500 m²/h, und auch das nennt der Hersteller theoretisch. Planen Sie mit dem niedrigeren Wert – und behandeln Sie auch den als Obergrenze, nicht als Flächenleistung.

Ebenso wichtig ist, was Adlatus nicht veröffentlicht. Es gibt nirgends eine Lautstärkeangabe – nicht in den Broschüren von 09/2025, nicht in den Generationen 02/2024 oder 03/2020, nicht auf der Produktseite. Händlerwerbung nennt die Maschine leise, ohne je einen Wert zu nennen, und wir geben keine Zahl wieder, die es nicht gibt. Ebenso fehlen Steigfähigkeit, Schutzart, Rakelbreite, Spannung oder Wattstunden hinter den Optionen 120 Ah und 180 Ah sowie das Volumen des Grobschmutzbehälters beim C. Ein Pascal-Wert zur Saugkraft fehlt nicht, sondern existiert schlicht nicht: Das ist eine Rakelmaschine, kein Sauger.

Dann gibt es einen Wert, der veröffentlicht ist und trotzdem nicht verwendet werden sollte. Die Datentabelle des CR700D führt die Tellerbürsten als „2 Stück, 330 mm Durchmesser, 38 bar Anpressdruck". 38 bar sind rund 550 psi; als Anpressdruck unter einem Reinigungsteller ist das physikalisch nicht plausibel, und die naheliegendste Erklärung ist ein Einheitenfehler im offiziellen PDF. Wir drucken ihn hier nur ab, um ihn zu markieren: Als Wert übernehmen wir ihn nicht, und in eine Ausschreibung gehört er erst recht nicht. Zur Orientierung, wie der Wert aussehen müsste: Bei den Scheuersaugern, die wir betreiben, steht der Anpressdruck in Kilogramm – 18 kg beim CenoBots L3, 27 kg beim handgeführten Pudu SH1. Fragen Sie Adlatus nach dem richtigen Wert und vor allem nach der richtigen Einheit.

Ein Stück Infrastruktur-Kleingedrucktes gehört ebenfalls hierher. Als Anschlüsse der Station nennt die Broschüre den 3/4"-Wasseranschluss mit 3 bis 6 bar und eine 230-V-Steckdose – woher das Wasser kommt, steht also da, wohin das Schmutzwasser geht, nicht. Da die Station den Schmutzwassertank automatisch entleert, muss ein Abfluss Teil der Installation sein: Klären Sie das, bevor Sie den Standort festlegen. Adlatus selbst behandelt die Aufstellung ohnehin als Projekt und nicht als Lieferung – Installationsvorbereitung mit Begutachtung des Objekts, Inbetriebnahme, Schulung, Projektbegleitung mit Auswertung der Logdaten und Service über ein internationales Netz mit Vor-Ort-Einsatz, Hotline und Wartungsverträgen.

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Eingeordnet gegen die Scheuersaugroboter, die wir täglich fahren

Die Scheuersaug-Leiter, die wir selbst fahren, hat drei autonome Stufen. Der CC1 ist die kompakte: 700–1.000 m²/h bei 500 mm Reinigungsbreite und je 15 Litern Frisch- und Schmutzwasser. Der L4 steht in der Mitte mit 1.944 m²/h, 450 mm Arbeitsbreite, 38 Litern Frischwasser und 150 kg. Der L50 ist unsere Hallenmaschine: 2.200 m²/h, 510-mm-Scheibenbürste, je 55 Liter Tank, bis zu 6 Stunden Laufzeit, 220 kg und 67 dB(A) laut Herstellerdatenblatt. Der CR700 steht über allen dreien in der Größenklasse – 700 mm, 260 kg, 60 und 55 Liter – und liegt dem L50 am nächsten, gegen den Sie ihn realistisch vergleichen würden.

Jetzt der Zahlenvergleich, und er ist ehrlicher, als er zunächst aussieht. CenoBots kennzeichnet seine Flächenleistungen als „Max. Theoretical Productivity", und die Rechnung bestätigt es: 0,51 m × 1,2 m/s ergibt die 2.203 m²/h des L50, 0,45 m × 1,2 m/s die 1.944 des L4. Adlatus kennzeichnet seine 2.750 m²/h als theoretisch und kommt auf demselben Weg dorthin. Sie vergleichen hier also ausnahmsweise zwei Zahlen derselben Art, und der Papierabstand von rund einem Viertel ist schlicht ein Breiten- und Geschwindigkeitsunterschied – 700 mm bei 4 km/h gegen 510 mm bei 1,2 m/s. Beide Werte sind auf einem echten Boden gleichermaßen unerreichbar. Pudus 700–1.000 m²/h beim CC1 sind dagegen ein Band und keine Obergrenze und mit beidem nicht vergleichbar. Wie solche Zahlen zustande kommen und was in dieser Klasse tatsächlich entscheidet, führt unser Scheuersaugroboter-Ratgeber aus.

Strukturell unterscheiden den CR700 drei Dinge wirklich. Die Größenklasse ist das Offensichtliche: 60 Liter Frischwasser und bis zu 6 Stunden Laufzeit sind ein anderes Ausdauerfenster als alles, was wir fahren. Die kamerafreie Lidar-Navigation ist das Zweite, und unter unseren Scheuersaugern ist das ein echter Unterschied – der L4 arbeitet neben dem Lidar mit einer Tiefenkamera, der L50 mit Lidar und Vision-Sensorik. Das Dritte ist die Grobschmutzaufnahme des C während der Nassreinigung, die keiner unserer Scheuersauger bietet. Kein Unterscheidungsmerkmal ist dagegen die Station selbst, auch wenn sie so vermarktet wird: Automatischen Wasserwechsel an der Dockingstation gibt es beim CC1 ebenfalls, und der L3 erledigt ihn über seinen mobilen WT3-Tank. Der Adlatus-Unterschied ist die Größenordnung, in der das zusammenkommt, nicht das Konzept.

Was die Maschinen, die wir täglich fahren, dem CR700 voraushaben, ist weniger spektakulär und wichtiger. Erstens eine veröffentlichte Lautstärkeangabe – 67 dB(A) beim L50, unter 70 dB beim CC1 –, und das ist der Unterschied zwischen einer planbaren Nachtschicht neben belegten Bereichen und einer Rückfrage. Zweitens die Tatsache, dass wir sie betreiben, ihre Ausfallmuster kennen und Ersatzteile vorhalten. Das ist kein Datenblatt-Argument. Es ist der Unterschied zwischen einer dokumentierten und einer bekannten Maschine – und für den Adlatus kann Ihnen dieser Artikel nur das Erste liefern.

CC1
L4
L50
CC1kompaktL4MittelklasseL50Hallenmaschine
Piktogramme: 1:1 aus unseren Produkt-Referenzfotos vektorisiert – keine illustrativen Icons.
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Deutscher Hersteller, kamerafrei – was dieser Winkel wirklich wert ist

Nehmen Sie die Herkunftsaussage präzise, denn Präzision ist das, was Sie in einer Ausschreibung schützt. Die aktuellen Broschüren zu CR700C und CR700D tragen beide im Fußbereich eine Kennzeichnung „Made in Germany". Das ist die eigene Aussage des Herstellers, und wir geben sie genau als das wieder, mit Zuschreibung – nicht als unsere Einschätzung. Die konkretere und brauchbarere Formulierung stammt aus der Broschüre von 03/2020; dort heißt es im Original, die Endmontage der Serviceroboter finde in Ulm in Baden-Württemberg statt. Entwicklung und Endmontage in Ulm sind damit gut belegt. Woher die Komponenten stammen, ist nicht dokumentiert: Die Broschüren beschreiben das Sensorsystem als in Zusammenarbeit mit Sensorherstellern entstanden und sagen zur Herkunft der Lidar-Einheiten nichts. Wenn das Ursprungsland für Ihre Beschaffungsregeln zählt, lassen Sie sich diese Aufschlüsselung schriftlich geben, statt sich auf eine Kennzeichnung im Fußbereich zu verlassen.

Der Datenschutzteil ist der stärkere Teil der Geschichte, und er ist dokumentiert statt angedeutet. Beide Broschüren nennen als Sensorik 2D- und 3D-Lasersensoren, Beschleunigungssensoren und Absturzsensoren und halten ausdrücklich fest, dass Hindernisse erkannt werden, ohne personenbezogene Daten aufzuzeichnen oder Details der Umgebung zu speichern – erfasst werden nur Koordinaten. Adlatus beschreibt „Privacy by Design" nach DSGVO ohne Erhebung personen- oder umgebungsbezogener Daten und eine vollautomatische, zertifizierte und datenschutzkonforme Protokollierung nach jedem Einsatz – gereinigte Fläche, aufgewendete Zeit und mehr – für Abrechnung, Leistungsnachweise und Audits. Dazu der Betrieb ohne WLAN und ohne dauerhafte Internetverbindung, was eine Angriffsfläche beseitigt statt sie nur zu dokumentieren. Für Betriebsrat oder Datenschutzbeauftragte ist das eine wirklich gute Ausgangslage – und es ist dasselbe Argument, das wir für kamerafreie Maschinen in unserem Beitrag zum Datenschutz bei Reinigungsrobotern führen.

Eine Aussage aus dieser Produktlinie hat eine Vorgeschichte, die erzählt gehört, denn der Hersteller hat sich offenbar selbst korrigiert. Die überholte CR700C-Broschüre von 02/2024 schrieb, „ADLATUS is the only manufacturer that does not use high-resolution cameras for navigation for data protection reasons" – Adlatus sei der einzige Hersteller, der aus Datenschutzgründen auf hochauflösende Kameras für die Navigation verzichtet. Als Marktaussage war das falsch: Der Nexaro NR1700 in unserem eigenen Bestand navigiert vollständig ohne Kameras, über einen Longrange-Laserdistanzsensor (LR-LDS) und das, was Nexaro AI-Mapping nennt. Interessant ist, was danach geschah. Keine der drei oben zitierten Broschüren – CR700C Version 4.0, CR700D Version 2.0 und das Blatt von 03/2020 – enthält überhaupt noch eine Kameraaussage, und das aktuelle Datenblatt des Schwestermodells SR1300 (Version 3.0) formuliert es anders: Adlatus sei „einer von wenigen Herstellern, die bei der Navigation aus Datenschutzgründen auf hochauflösende Kameras verzichten" – einer von wenigen, nicht der einzige. Das ist ein Hersteller, der einen Superlativ zurücknimmt, den er nicht belegen konnte, und das gehört vermerkt und nicht angekreidet. Kamerafrei ist eine echte und überprüfbare Eigenschaft des CR700. Damit allein zu sein, war sie nie – und die schlichte Tatsache darunter ist in einer Ausschreibung mehr wert als der Superlativ es war.

Und der Vorbehalt, der schwerer wiegt als das Herkunftsland: Eine Datenschutzaussage ist eine Aussage, kein Vertrag, und geografische Nähe ist keine Reaktionszeit. Bevor sich jemand auf eines von beidem verlässt, lassen Sie sich den Auftragsverarbeitungsvertrag geben, die Liste der Unterauftragnehmer, den Speicherort der Reporting-Daten und die Auskunft, was das Gebäude tatsächlich verlässt, wenn das System Reinigungsberichte per E-Mail versendet. Fragen Sie danach nach einer verbindlichen Reaktionszeit, wo die Ersatzteile für Ihre Maschine physisch liegen, wer die Wartung durchführt – und angesichts der Neura-Partnerschaft, wer für jede dieser Antworten Ihr Vertragspartner ist. Diese Dinge bestimmen Ihre Verfügbarkeit und Ihre Audit-Fähigkeit. Eine Flagge im Broschürenfuß tut das nicht.

06

Für welche Objekte er passt – und was in der Vorführung zu prüfen ist

Adlatus nennt seine Einsatzgebiete selbst, und sie passen sauber auf die Art von Objekten, auf die diese Maschine gehört. Für den CR700C: Industrie und Produktion, Logistik, öffentliche Bereiche und Einrichtungen, Parkhäuser und Einkaufszentren – also Produktionshallen mit strukturiertem oder gefugtem Beton, Lagerhallen und Logistikflächen, auf denen loses Material zum Alltag gehört, und Parkhäuser. Für den CR700D: Industriebereiche, Einkaufspassagen, Sporthallen, Bürogebäude, öffentliche Einrichtungen und Parkhäuser; die offizielle Produktseite führt für die Tellervariante zusätzlich Gesundheitswesen und Handel. Die Faustregel hinter diesen Listen ist schlicht das Deck: Fugen, Struktur und loser Schmutz sprechen für den C, glatte oder empfindliche Oberflächen und der Wunsch nach Pad-Flexibilität für den D.

Wo er nicht hingehört, ist ebenso klar. Alles in der Nähe schlafender Gäste scheidet aus – nicht, weil wir diese Maschine als laut gemessen hätten, sondern weil es überhaupt keine Herstellerangabe zur Lautstärke gibt und dies eine 260-kg-Industriemaschine ist, die Adlatus selbst für Hallen, Parkhäuser und öffentliche Flächen positioniert. Objekte unter einigen tausend Quadratmetern sind die falsche Größenklasse und gehören zu einem CC1 oder L4, nicht zu einer 700-mm-Maschine mit fest angeschlossener Station. Und wenn die Station Teil des Plans ist, schließt ein Standort ohne festen Wasseranschluss, Steckdose und sinnvoll gelegenen Abfluss das Konzept aus, bevor über die Maschine überhaupt gesprochen wird. Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob ein Scheuersaugroboter für Ihren Boden überhaupt die richtige Klasse ist, sortiert welcher Reinigungsroboter zu welchem Betrieb passt das zuerst nach Bodenart und Verschmutzung.

Für die Vorführung: Lassen Sie den Prospekt liegen und nehmen Sie eine Liste mit. Lassen Sie sich die Lautstärke schriftlich geben, mit Angabe der Messbedingung. Lassen Sie sich den korrekten Anpressdruck des CR700D nennen – Wert und Einheit. Fragen Sie nach Steigfähigkeit, Schutzart und Rakelbreite, die alle nicht veröffentlicht sind. Fragen Sie den Akku in Wattstunden ab, nicht nur 120 oder 180 Ah, und die Laufzeit der konkret angebotenen Option. Fragen Sie nach dem Volumen des Grobschmutzbehälters beim C und danach, wie oft er zu leeren ist. Lassen Sie sich die EG-Konformitätserklärung und den Nachweis zur Einhaltung der EN IEC 63327 zeigen. Klären Sie die Station: Wasseranschluss, Steckdose, Abfluss, wer die Installation macht und ob die Station im Angebot enthalten ist. Und fragen Sie, wer unter der Neura-Partnerschaft Vertragspartner ist und wer serviciert.

Und dann messen Sie die beiden Dinge, die den Business Case entscheiden und auf keinem Datenblatt stehen. Erstens: Wie viel Fläche schafft die Maschine tatsächlich pro Ladung in Ihrem Layout, mit Ihren Regalen, Ihren Hindernissen und Ihren Nachfüllstopps – 2.750 m²/h mit vier Stunden zu multiplizieren ist Rechnen, keine Spezifikation, und selbst das Beispiel von Adlatus landet rund zehn Prozent unter der eigenen Schlagzahl. Zweitens, für die C-Variante: Wie oft füllt sich der Grobschmutzbehälter mit Ihrem Schmutz statt mit dem einer Vorführfläche – denn diese Zahl bestimmt genau den Personalaufwand, den die Vollautonomie beseitigen sollte. Wenn Sie dieselbe Liste auf Ihren eigenen Boden angewendet haben möchten, sprechen Sie mit uns – auch für den Fall, dass die ehrliche Antwort lautet, dass der Adlatus besser zu Ihnen passt als die Maschinen, die wir ohnehin täglich fahren.

07

Häufige Fragen

Nass. Beide Varianten sind Scheuersaugroboter: Sie dosieren Wasser und Reinigungsmittel aus einem 60-Liter-Frischwassertank und einem 2-Liter-Reinigungsmittelbehälter auf den Boden, schrubben und ziehen die Flotte mit der Rakel in einen 55-Liter-Schmutzwassertank zurück. Zurück bleibt ein dünner, abtrocknender Film, kein trocken gekehrter Boden. Der CR700C befördert zusätzlich losen Grobschmutz während der Nassreinigung mit seinen Walzenbürsten in einen Auffangbehälter, wodurch laut Hersteller das separate Vorkehren entfällt. Dieser Behälter muss trotzdem regelmäßig geleert werden, und sein Volumen ist nicht veröffentlicht.

Nur das Bürstendeck. Laut den offiziellen Broschüren sind Reinigungsbreite, Tanks, Akkuoptionen, Laufzeit, Ladezeit, Geschwindigkeit, Gewicht, Maße, Sensorik, Software und die Servicestation S700-2 identisch. Der C fährt zwei Walzenbürsten mit 180 mm Durchmesser und 656 mm Länge bei bis zu 550 U/min und nimmt Grobschmutz im selben Arbeitsgang in einen Auffangbehälter auf – Adlatus positioniert ihn für strukturierte und unebene Böden sowie Oberflächen mit Fugen und Rissen. Der D fährt zwei Tellerbürsten oder Pads mit 330 mm Durchmesser bei bis zu 140 U/min und ist der flexible auf glatten Böden wie Fliesen, Beton, PVC und Naturstein, mit Pads für die schonende Pflege empfindlicher Oberflächen. Vorsicht bei Händlerbeschreibungen: Mindestens eine deutsche Händlerseite beschreibt die Walzenmaschine als Tellergerät.

Es gibt keine offizielle Angabe. Adlatus veröffentlicht weder für den CR700C noch für den CR700D einen Dezibelwert – nicht in den aktuellen Broschüren von 09/2025, nicht in den Generationen 02/2024 oder 03/2020 und nicht auf der Produktseite. Händlerwerbung nennt die Maschine leise, ohne je einen Wert zu nennen, und wir geben keine Zahlen wieder, die es nicht gibt. Sagen lässt sich: Adlatus positioniert diese Maschine für Industrie, Logistik, Parkhäuser, Sporthallen, Büros und öffentliche Einrichtungen – gewerbliche Flächen bei Tag und Nacht, keine Hotelzimmer. Lassen Sie sich einen Messwert schriftlich geben, mit Angabe der Messbedingung, bevor Sie eine Zusage zur Lautstärke machen.

Der Roboter nicht, die Servicestation schon. Die S700-2 macht das System über mehrere Tage autonom: Sie lädt den Akku, füllt den 60-Liter-Frischwassertank in unter 10 Minuten, entleert den Schmutzwassertank in unter 5 Minuten und startet Reinigungsprogramme nach Zeitplan, ohne dass Personal anwesend ist. Dafür nennt Adlatus einen 3/4"-Wasseranschluss mit mindestens 3 bis 6 bar, abgesichert über ein Aquastop-Ventil, sowie eine 230-V-Steckdose. Wohin das Schmutzwasser abgeführt wird, spezifiziert die Broschüre nicht – klären Sie den Abfluss also vor der Standortwahl. Die Station ist als optional geführt: Ohne sie behalten Sie den Roboter, verlieren aber den unbeaufsichtigten Betrieb.

Der Hersteller sagt das, und wir geben es als Herstellerangabe weiter. Die aktuellen Broschüren zu CR700C und CR700D tragen beide im Fußbereich die Kennzeichnung „Made in Germany", und das Unternehmen sitzt in Ulm. Die präzisere und besser belegte Aussage stammt aus der Broschüre von 03/2020: Dort heißt es, die Endmontage der Serviceroboter finde in Ulm in Baden-Württemberg statt. Nirgends dokumentiert ist dagegen die Herkunft der Komponenten – die Broschüren beschreiben das Sensorsystem als in Zusammenarbeit mit Sensorherstellern entstanden und sagen nichts darüber, woher die Lidar-Einheiten stammen. Wenn das Ursprungsland für Sie ein Beschaffungskriterium ist, lassen Sie sich diese Aufschlüsselung schriftlich geben.

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