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Ratgeber · · 11 Min. Lesezeit

Kehrroboter outdoor: Was im Außenbereich wirklich dokumentiert ist

„Kehrroboter outdoor" ist eine der meistgesuchten Kombinationen in diesem Markt – und eine der am schlechtesten beantworteten. Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Einordnung: Die große Mehrheit der autonomen Kehrroboter sind Indoor-Maschinen. Ihre Handbücher schreiben das so, und einige verbieten den Außeneinsatz wörtlich. Interessant ist die Zone dazwischen – halboffene Flächen wie Parkdecks, überdachte Ladehöfe, Innenhöfe, Eingangsbereiche und überdachte Wege. Dort fällt Niederschlag nicht direkt auf die Fläche, aber er kommt an sie heran, und Temperatur, Feuchte, Rampen und Fahrzeugverkehr verändern, was eine Maschine aushalten muss. Für diese mittlere Zone gibt es dokumentierte Technik. Für den echten Außenbereich – Straßen und offene Plätze – gibt es eine ganz andere Maschinenklasse. Dieser Artikel trennt die drei Zonen und nennt für jede, was Hersteller tatsächlich veröffentlichen. Wo nichts dokumentiert ist, steht hier nichts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Zonen statt zwei: Innenbereich, halboffene Flächen (Parkdecks, überdachte Höfe, Innenhöfe, Eingangszonen) und echter Außenbereich. Kommerziell interessant ist die mittlere Zone.
  • Der Pudu MT1 Max ist die Maschine unserer Flotte mit dokumentiertem Halbaußen-Einsatzbereich: IP54, Tropfensensor mit Schutz- und Ausweichmodus, −10 bis 45 °C mit Temperatursensor, 5 cm Bremsschwellen, 8° Steigung. Pudu setzt die eigene Fußnote dazu: keine Reinigung bei extremen Wetterbedingungen.
  • Der Basis-MT1 ist das Gegenbeispiel, und der Kontrast ist die Kaufhilfe: Sein Handbuch erlaubt ausschließlich ebene Innenräume bei 0–40 °C und verbietet den Außeneinsatz auf rauen oder unbefestigten Flächen ausdrücklich.
  • Ein IP-Code ist keine Außenfreigabe. Kemaro nennt für den K900 dieselbe IP54 – und begrenzt sie in der eigenen FAQ auf die „wet indoor environment". Maßgeblich ist der dokumentierte Einsatzbereich, nicht die Zahl.
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Drei Zonen, nicht zwei

Die meisten Gespräche über Kehrroboter im Außenbereich laufen schief, weil sie mit zwei Kategorien arbeiten – drinnen oder draußen –, wo der Markt drei Stufen kennt. Innenbereich heißt: temperierte Halle, ebener Hartboden, definierte Schwellen, kein Niederschlag – die Situation, auf die jeder Hersteller standardmäßig auslegt. Halboffen heißt: ein Dach, aber nicht vier Wände. Regen kommt seitlich und an Reifen herein, die Temperatur folgt der Außenluft, Rampen und Bremsschwellen ersetzen Schwellen, Fahrzeuge teilen sich die Fahrgassen, und Split, Laub und Streusalz werden eingetragen. Echter Außenbereich heißt: Niederschlag direkt auf der Fläche, Frost, unbefestigte Ränder, öffentlicher Verkehr und eine völlig andere Kehrgutmenge.

Die Stufe von der ersten zur zweiten Zone ist die, an der sich die Maschinen sortieren – und die meisten fallen dort durch. Das ist keine Abwertung der Klasse, sondern das, was in den Unterlagen steht. Das Handbuch des Pudu MT1 ist das deutlichste Beispiel, das wir haben: „This product is a wheeled automatic cleaning robot, for use only in indoor flat environments, please do not use it outdoors on rough or non-hardened surfaces", dazu ein Betriebsbereich von 0 bis 40 °C und bis 90 % relative Luftfeuchte. Weder die MT1-Produktseite noch die offizielle Broschüre nennt eine IP-Schutzart. Wer nach „Kehrroboter" sucht und auf einer solchen Maschine landet, hat einen sehr guten Hallenkehrer gefunden – und die Antwort auf eine andere Frage. Unser Vergleich der Kehrroboter sortiert die Klasse Maschine für Maschine, und der Klassenüberblick klärt, welcher Robotertyp überhaupt in welches Gebäude gehört.

Kommerziell lohnt sich das Gespräch über die mittlere Zone, denn dort liegen die Problemflächen deutscher Liegenschaften: Parkhäuser und Parkdecks, überdachte Ladehöfe, Innenhöfe, Eingangs- und Vorkassenzonen, überdachte Wege zwischen Gebäuden. Diese Flächen sind groß, sie verschmutzen schneller als Innenböden, sie sind von Hand unangenehm zu reinigen und schwer zu besetzen. Und sie verlangen einer Maschine mehr ab als ein Lagergang. Alles Folgende dreht sich darum, was dieses „mehr" in dokumentierten Werten bedeutet – und wie Sie es vor der Unterschrift prüfen. Zur betrieblichen Seite einer dieser Flächen steht mehr in unserem Ratgeber zur Parkhausreinigung.

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Was halboffene Flächen verlangen – und was der MT1 Max davon belegt

Fünf Dinge ändern sich, sobald das Dach keine Decke mehr ist: Feuchtigkeit erreicht die Elektronik, die Temperatur verlässt das Wohlfühlband, der Boden bekommt Steigungen und Schwellen, andere Verkehrsteilnehmer kommen dazu, und die Maschine muss selbst entscheiden, was sie tut, wenn es zu regnen beginnt. Der MT1 Max ist die Maschine in unserem Betrieb, deren Dokumentation alle fünf Punkte beantwortet – und zwar ab Werk, nicht durch Händlerauslegung: Pudus offizieller Produktname lautet „AI-Powered Outdoor & Semi-Outdoor 3D Perception Robotic Sweeper", und das Produktdeck beginnt mit dem Satz „Building on MT1, MT1 Max is enhanced for semi-outdoor environments such as residential courtyards and for areas with high-speed dynamic obstacles like parking garages."

Die Technik hinter diesem Satz ist konkret. Vollständige IP54-Abdichtung, die Pudu selbst als Schutz „against dust ingress and water spray" beschreibt. Ein Tropfensensor, der Wassertropfen „automatisch erkennt und einen Schutz- und Ausweichmodus auslöst, der den Roboter in sichere Zonen führt und elektrische Risiken reduziert" – die Maschine erträgt den ersten Regen also nicht nur, sie reagiert darauf. Ein Betriebsbereich von −10 bis 45 °C, ausdrücklich „with temperature sensor". Überwindung von 5 cm hohen Bremsschwellen und Steigungen bis 8°. Eine 1,2 Meter hohe Warnleuchte plus Sicherheitsprojektionsleuchte mit akustischen und optischen Warnsignalen – relevant überall dort, wo Fahrzeuge und Roboter sich eine Fahrgasse teilen. Und ein internes Vibrationssystem, das den Filter während der Fahrt frei hält, weil halboffene Luft mehr Staub trägt als eine Halle. Pudus eigene Szenarienübersicht für die Maschine reicht von Parkhaus, Wohnhof und Campus über Stadtplatz, Gehweg und Parkweg bis zu Uferparkplatz, Bahnhofsvorplatz und Wohnanlagen-Parkplatz. Die Leistungswerte bleiben, wo sie waren: max. 2.200 m²/h in der Flächenreinigung, 7.000 m²/h im Spot-Modus, 70 cm Arbeitsbreite, 35 l Schmutzbehälter, 5–10 h Laufzeit bei ausgewiesenen 8 h im Standardmodus.

Die Grenze steht auf derselben Folie wie die Fähigkeit, und dieser Satz hält den Artikel ehrlich. Pudu versieht den Tropfensensor mit der Fußnote: „Do not perform cleaning tasks in extreme weather." IP54 ist Schutz gegen Staub und Spritzwasser, keine Freigabe für den Betrieb im Unwetter, und der Ausweichmodus existiert, weil Wasser auf dem Boden eine Situation zum Verlassen ist und keine zum Reinigen. Gegen den Basis-MT1 gestellt – laut Handbuch nur innen, 0 bis 40 °C, 20 mm Schwellen und 35 mm Fugen, mindestens 75 cm Durchfahrtsbreite, nirgends eine IP-Schutzart – ist der Kontrast genau die Kaufhilfe. Der MT1 ist die Hallenmaschine, der Max die Maschine für Flächen, die Wetter und Fahrzeuge sehen. Die vollständige Aufschlüsselung beider Maschinen steht in unserem Vergleich MT1 gegen MT1 Max.

MT1
MT1 Max
MT1laut Handbuch nur innenMT1 MaxIP54, halboffen
Piktogramme: 1:1 aus unseren Produkt-Referenzfotos vektorisiert – keine illustrativen Icons.
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Was der übrige Markt dokumentiert – und was er nur andeutet

Die Einschätzung in diesem Abschnitt beruht auf Dokumenten, und das schreiben wir hin, statt mehr anzudeuten, als die Unterlagen hergeben. Der lehrreichste Fall zuerst, denn er zeigt, warum ein IP-Code nichts entscheidet. Kemaro schreibt in der eigenen FAQ: „The robot is rated IP54, meaning electrical enclosure is protected from water spray from any direction" – derselbe Code, den auch der MT1 Max trägt. Die nächsten Sätze grenzen ihn ein: „The robot may be used in a wet indoor environment. Although it does not sweep liquids, small amounts of moisture do not affect the machine." Ausdrücklich innen. Das Factsheet des K900 Gen II führt Parkhäuser („car parks") durchaus in den Anwendungsbereichen, neben Lagern, Abfüllanlagen, Bahnhöfen und Produktionsbereichen, und die Maschine schafft Rampen bis 12 % – aber die Grenze, die der Hersteller selbst um diese IP-Schutzart zieht, ist die feuchte Halle, nicht das wetterexponierte Deck. Gleiche Zahl, anderer Geltungsbereich.

Zwei weitere Kehrroboter nennen Parkhäuser, ohne Wetterfestigkeit zu behaupten. Der CenoBots S5 führt Parkhäuser unter seinen Zielumgebungen, und die Herstellerbroschüre schreibt, er fahre „through standard 32″ doorways, narrow aisles, and over speed bumps", bei 8° maximaler Steigfähigkeit, ~2.500 m²/h, 820 mm Kehrbreite und 50 l Behälter – veröffentlicht aber an keiner uns zugänglichen Stelle eine IP-Schutzart oder einen Temperaturbereich. Das Adlatus SR1300 nennt Parkhäuser direkt in den Anwendungsfeldern seines offiziellen Infodokuments, neben Industrie/Produktion, Logistik, öffentlichen Einrichtungen und Einkaufspassagen, und überwindet Rampen bis 20 % (11,3°) bei 115 l Behälter und Filtern der Klasse M; entwickelt wurde das System laut Adlatus für Logistik- und Industriebereiche, „um in großen Hallen oder Lagerräumen, Grobschmutz effizient zu beseitigen" – eine IP-Schutzart nennt auch Adlatus nicht. Beide passen ehrlich auf überdachte Ebenen. Für eine Fläche, auf die es regnet, ist keine der beiden dokumentiert.

Der einzige Hersteller in diesem Feld mit einer ausdrücklichen Outdoor-Linie ist Gausium. Der Beetle wird als „Heavy-Duty Autonomous Sweeper for Indoor & Outdoor Use" vermarktet, bei 750 mm Kehrbreite, 3.240 m²/h und 8° Steigfähigkeit – die eigene Datenblattseite nennt jedoch weder eine IP-Schutzart noch einen Betriebstemperaturbereich, also genau die Lücke, die vor jedem Außeneinsatz zu schließen ist. Auf der Interclean Amsterdam im April 2026 hat Gausium zwei Maschinen für diese Lücke angekündigt: die Beetle 2.0 Full-Scenario Edition mit „IP54-rated protective design", einer „upgraded 800 mm cleaning width" und einem „WeatherSense Guard for real-time rain monitoring" sowie die MAX-SW mit 1.200 mm Kehrbreite, angegebener theoretischer Flächenleistung von 6.480 m²/h und „IP55-rated protection for all-weather use". Beides waren Ankündigungen; ein Liefertermin steht in der Mitteilung für keine der beiden. Bleibt die Regel, um die es in diesem Abschnitt eigentlich geht: Eine Maschine gehört nach draußen, wenn der Hersteller den Außenbereich als Einsatzbereich dokumentiert – eine Zahl in einer IP-Zeile ist dieses Dokument nicht. Dazu gehört auch: Die maschinenspezifische Produktsicherheitsnorm IEC 63327:2021 gilt für Bodenreinigungsautomaten, die „intended for commercial use indoors" sind. Ein halboffener Einsatz liegt damit außerhalb dessen, wofür diese Norm geschrieben wurde – was Ihre eigene Gefährdungsbeurteilung wichtiger macht, nicht unwichtiger. Was die CE-Kennzeichnung und diese Norm belegen und was nicht, behandelt unser Artikel zu Sicherheit und Normen. Eine Rechtsberatung ist das hier nicht.

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Regen, Laub und Split: was eine Trockenkehrmaschine draußen leistet

Zuerst das, was diese Maschinen gut können – denn halboffene Flächen produzieren genau diese Art Schmutz. Pudus MT1-Broschüre beschreibt die Aufnahme von „larger debris like leaves and bottles" neben Feinstaub; das MT1-Max-Deck formuliert es als Entfernung von „everything from cigarette butts and paper scraps to large bottles in a single sweep", bei 70 cm Arbeitsbreite und 0 cm Wandabstand. Die CenoBots-S5-Broschüre nennt Holzspäne, Verpackungsfolie, Plastikflaschen, Kartonagen und Schrauben. Trockenes Laub, Split, Zigarettenkippen, Verpackungsmaterial, eingetragener Reifenstaub und der feine Sand, der sich auf jedem Parkdeck sammelt, liegen alle in diesem Profil. Die praktische Grenze ist nicht die Bürste, sondern der Behälter: MT1 und MT1 Max fassen je 35 Liter, und kein Hersteller dieser Klasse veröffentlicht, wie viel Fläche eine Behälterfüllung trägt. Nach einer windigen Herbstnacht kann ein wetterexponiertes Deck den Behälter deutlich schneller füllen als eine Halle – eine Frage der Entleerungsfrequenz, die Sie auf Ihrer Fläche messen und nicht schätzen sollten.

Beim Wasser verläuft die ehrliche Linie. Pudu und Kemaro beschreiben IP54 jeweils in eigenen Worten als Schutz gegen Staub und Spritzwasser; Schutz gegen Strahlwasser, stehendes Wasser oder Untertauchen beschreibt keiner von beiden, und die Reinigung nasser Flächen behauptet ebenfalls keiner. Kemaro nennt die mechanische Wahrheit direkt: Der Roboter „does not sweep liquids". Eine Kehrmaschine hat keine Absaugleiste, keine Wasseraufnahme und keine Nassspur – Pfützen sind für sie keine Aufgabe, sondern eine Zone zum Meiden. Genau das tut der Tropfensensor des MT1 Max, wenn er den Ausweichmodus auslöst und die Maschine in sichere Zonen führt. Für eine halboffene Fläche wird die Entwässerung damit zum Planungsparameter: Wo nach Regen Wasser steht, wird der Roboter immer wieder abdrehen, und der Bereich bleibt ungereinigt, bis er abgetrocknet ist. Alles Anhaftende – Öl, Reifenspuren, eingetrocknete Rückstände – braucht Wasser, Bürstendruck und Absaugleiste, also einen Scheuersaugroboter und keine Kehrmaschine.

Schnee, Eis und Schlamm sind die Grenze. Die −10 °C des MT1 Max sind eine Betriebstemperatur – eine Aussage darüber, was die Maschine aushält, nicht darüber, was sie räumt. Kein Hersteller in diesem Vergleich dokumentiert für seine Kehrmaschine Schnee- oder Eisräumung. Winterdienst ist damit eine andere Aufgabe und eine andere Maschinenklasse; ein Roboter auf einem gefrorenen Deck ist eine Maschine, die laufen darf, nicht eine, die die Fläche sicher macht. Ebenso eindeutig ist der unbefestigte Untergrund: Das MT1-Handbuch schließt „rough or non-hardened surfaces" ausdrücklich aus, und auch für den Max veröffentlicht Pudu keine Freigabe für Kies, Schotter oder Rasen. Was Pudu für den Max sehr wohl beansprucht, ist Robustheit der Wahrnehmung – das Produktdeck schreibt, die Maschine halte ihre Genauigkeit „even in heavy dust, sandstorms, or fog". Das betrifft die Navigation unter schlechten Bedingungen, nicht eine Reinigungsfreigabe darin; die Fußnote zum Extremwetter gilt weiter. In Lagerhallen und Produktionshallen stellt sich keine dieser Fragen – genau deshalb sind die Indoor-Maschinen so gebaut, wie sie gebaut sind.

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Echtes Outdoor: wo eine andere Maschinenklasse anfängt

Alles Bisherige endet an der Dachkante. Ein offener Parkplatz ohne Deck darüber, ein Werkshof, ein öffentlicher Platz, eine Straße, der Vorplatz einer Tankstelle: Diese Flächen gehören der kommunalen und industriellen Kehrtechnik – Aufsitz- und Anbaumaschinen mit Straßenzulassung, großen Behältern und Wasserbedüsung zur Staubbindung. Für diese Klasse geben wir keine Produktempfehlung ab. Das zu sagen ist nützlicher, als so zu tun, als decke ein Indoor-Roboter mit IP-Schutzart diesen Fall ab. Wenn Ihr Problem ein offener Platz ist, lautet der ehrliche erste Satz: Sie kaufen in einem anderen Markt als diesem.

Was Sie in diesen Markt mitnehmen können, ist die Methode. Fragen Sie nach dem dokumentierten Einsatzbereich im Handbuch, nicht auf der Marketingseite – nach dem Satz, der benennt, wo die Maschine verwendet werden darf. Fragen Sie, was die IP-Schutzart in den Worten des Herstellers abdeckt und was bewusst nicht. Fragen Sie nach dem Betriebstemperaturbereich und danach, ob die Maschine ihre eigene Temperatur misst. Fragen Sie, was bei Regen passiert: Hält die Maschine an, sucht sie Schutz, fährt sie weiter – und wer entscheidet das. Gleichen Sie die Hindernismaße mit Ihrer realen Fläche ab: 5 cm Schwellenüberwindung ist kein voller Bordstein, und 8° ist nicht jede Rampe. Verlangen Sie eine Freigabe für unbefestigte Flächen, wenn Sie welche haben. Prüfen Sie Kehrgutgröße und Behältervolumen gegen das, was im Oktober auf Ihrer Fläche liegt, nicht gegen das, was im Juni dort liegt. Fragen Sie, wer den Behälter leert, wo und wie oft. Und fragen Sie, welche Normen die Konformitätserklärung nennt – im Wissen, dass die IEC 63327 für gewerbliche Maschinen im Innenbereich geschrieben wurde.

Zwischen den beiden Extremen liegt die Frage, die die meisten Betreiber tatsächlich haben: eine Fläche, die teilweise überdacht ist. Kaum eine Liegenschaft ist sauber das eine oder das andere. Ein Parkhaus hat typischerweise wetterexponierte Dachdecks, geschützte Zwischenebenen und ein vollständig geschlossenes Untergeschoss; ein Ladehof ist zum Teil überdacht. Die Entscheidung lautet deshalb selten „welche Maschine für die Liegenschaft", sondern „welche Teile der Liegenschaft gelten als halboffen und lassen sich mit einer dokumentierten Maschine bearbeiten – und welche bleiben manuell". Diese Trennung gehört auf einen Grundriss, bevor irgendjemand ein Angebot schreibt; genau dafür ist die Checkliste unten gedacht. Unser Full-Service-Modell existiert, damit die Aufteilung, der Einsatz und die spätere Überprüfung ein Gespräch sind und nicht drei.

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Die Checkliste für eine halboffene Fläche

Erstens: Messen Sie das Dach. Welcher Anteil der Fläche ist überdacht, und wie weit reicht Schlagregen an den offenen Rändern tatsächlich herein? Schreiten Sie diesen Streifen nach einem Regentag ab, statt ihn zu schätzen – das Schmutzbild und der Wasserrand zeigen ihn deutlich –, denn genau dieser Streifen entscheidet, ob eine Maschine mit Tropfensensor ihre Nacht mit Reinigen oder mit Ausweichen verbringt. Zweitens Entwässerung und Gefälle: Wo steht nach Regen Wasser, wie lange, und läuft die Fläche zu funktionierenden Abläufen hin ab? Stehendes Wasser ist für eine Trockenkehrmaschine eine dauerhafte Sperrzone; ein Entwässerungsproblem ist damit ein Flächendeckungsproblem. Drittens das Temperaturfenster: Eine bis −10 °C freigegebene Maschine ist nicht automatisch eine Maschine für jede Januarnacht in jeder Region – und der Ladepunkt muss im selben Fenster liegen wie der Roboter.

Viertens die Geometrie. Notieren Sie jede Rampensteigung, jede Schwellenhöhe, jeden Bordstein und jede Dehnungsfuge auf der Route sowie jeden Übergang zwischen überdachtem und offenem Teil. Vergleichen Sie das anschließend mit den dokumentierten Werten der Maschine und nicht mit einer Zusage – beim MT1 Max sind das 5 cm Schwellen und 8° Steigung. Fünftens die Oberfläche selbst: Fugen, Risse, an den Zufahrten eingetragener Kies und loser Splitt nach dem Winterdienst gehören in die Aufnahme, denn eine Kehrmaschine ist für befestigte, ebene Flächen freigegeben und für nichts anderes. Sechstens der Verkehr: Welche Zeiten sind ruhig, wer nutzt die Fahrgassen sonst, und wie sichtbar ist die Maschine – die 1,2-Meter-Warnleuchte und die Projektionsleuchte existieren für genau diese Frage, und die Antwort schiebt den Einsatz meist in die verkehrsarme Zeit.

Siebtens die Logistik, an der sich entscheidet, ob der Einsatz den Alltag überlebt. Wo wird der 35-Liter-Behälter geleert, von wem und wie oft – eine außennahe Fläche im Herbst ist der ungünstigste Fall, nicht der Durchschnitt. Wo steht die Ladestation, ist sie geschützt, und liegt dort Strom an? Welches Zeitfenster passt zur Liegenschaft, und wer wird gerufen, wenn die Maschine um drei Uhr nachts stehen bleibt? Und zuletzt der Punkt, den kein Datenblatt ersetzt: Lassen Sie die Maschine auf der realen Fläche fahren, bevor Sie mit ihr planen. Ein Testlauf auf Ihrem Deck, bei Ihrem Wetter, mit Ihrem Kehrgut liefert die einzige Flächenzahl, die in ein Budget gehört – und für ein Parkhaus zeigt er zugleich, welche Ebenen als halboffen gelten und welche nicht. Die betrieblichen Details zu diesem Objekttyp stehen in unserem Ratgeber zur Parkhausreinigung.

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Häufige Fragen

Für halboffene Flächen ja. Der Pudu MT1 Max heißt offiziell Outdoor- und Semi-Outdoor-Kehrroboter und hat IP54-Abdichtung, einen Tropfensensor mit Schutz- und Ausweichmodus, einen Betriebsbereich von minus 10 bis 45 Grad Celsius mit Temperatursensor, 5 cm Schwellenüberwindung und 8 Grad Steigfähigkeit. Pudu führt Parkhäuser, Innenhöfe, Gehwege und Stadtplätze unter den Szenarien und ergänzt, dass bei extremen Wetterbedingungen nicht gereinigt werden darf. Für wirklich offene Flächen wie Straßen und unüberdachte Plätze ist die Maschinenklasse die kommunale und industrielle Kehrtechnik, die dieser Artikel nicht behandelt. Die meisten anderen Kehrroboter am deutschen Markt sind laut eigener Dokumentation Indoor-Maschinen.

Zum Reinigen im Regen ist er nicht gebaut. Der MT1 Max erkennt Wassertropfen und löst einen Schutz- und Ausweichmodus aus, der ihn in sichere Zonen führt, und Pudu schreibt ausdrücklich, dass bei extremen Wetterbedingungen keine Reinigung durchgeführt werden soll. IP54 beschreibt der Hersteller als Schutz gegen Staubeintritt und Spritzwasser – das schützt die Maschine, es ist keine Freigabe zum Reinigen nasser Flächen. Eine Kehrmaschine ist eine Trockenmaschine ohne Wasseraufnahme: Kemaro formuliert es direkt, der Roboter kehrt keine Flüssigkeiten auf. Praktisch heißt das, dass Pfützen ungereinigt bleiben, bis sie abgetrocknet sind – die Entwässerung entscheidet also, wie viel einer halboffenen Fläche tatsächlich erreicht wird.

Innerhalb des Temperaturfensters und auf freier, befestigter Fläche ja. Pudu nennt für den MT1 Max minus 10 bis 45 Grad Celsius mit Temperatursensor, während das Handbuch des Basis-MT1 diese Maschine auf den Innenbereich bei 0 bis 40 Grad Celsius begrenzt. Zwei Grenzen sind wichtig. Erstens sagt eine Betriebstemperatur, was die Maschine aushält, nicht was sie räumt: Kein Hersteller in diesem Vergleich dokumentiert Schnee- oder Eisräumung, Winterdienst bleibt also eine eigene Aufgabe für eine andere Maschinenklasse. Zweitens muss der Ladepunkt im selben Temperaturfenster liegen wie der Roboter. Loser Splitt und Streugut nach dem Winterdienst sind dagegen genau das, was eine Kehrmaschine gut kann – solange der Behälter oft genug geleert wird.

Das hängt davon ab, ob der Parkplatz ein Dach hat. Ein überdachtes Parkdeck oder Parkhaus ist eine halboffene Fläche, und dafür ist der MT1 Max dokumentiert: IP54, Tropfensensor, minus 10 bis 45 Grad Celsius, 5 cm Bremsschwellen, 8 Grad Steigung, dazu eine 1,2 Meter hohe Warnleuchte und eine Projektionsleuchte für gemeinsam genutzte Fahrgassen. Ein offener Parkplatz ohne Überdachung ist echter Außenbereich und gehört zur kommunalen Kehrtechnik – eine Klasse, für die wir keine Produktempfehlung geben. Viele Liegenschaften sind beides zugleich, mit wetterexponiertem Dachdeck und geschlossenen unteren Ebenen. Der erste sinnvolle Schritt ist deshalb, im Grundriss zu markieren, welche Teile überdacht sind und welche nicht.

Beide Hersteller, die den Wert veröffentlichen, beschreiben ihn mit eigenen Worten. Pudu schreibt, die vollständige IP54-Abdichtung schütze gegen Staubeintritt und Spritzwasser. Kemaro schreibt, der Roboter sei mit IP54 eingestuft, das elektrische Gehäuse sei also gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt. Schutz gegen Strahlwasser, stehendes Wasser oder Untertauchen beschreibt keiner von beiden. Und derselbe Code deckt unterschiedliche Einsatzbereiche ab: Pudu baut den MT1 Max für den halboffenen Bereich, während Kemaro den K900 in derselben FAQ auf die feuchte Innenumgebung begrenzt. IP54 ist damit keine Außenfreigabe. Entscheidend ist der Einsatzbereich, den der Hersteller im Handbuch angibt.

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Quellen

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