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Marktüberblick · · 9 Min. Lesezeit

Gausium Marvel: Kehren und Schrubben in einem Durchgang – was die Zahlen hergeben

Der Gausium Marvel ist die größere der beiden Maschinen, mit denen Gausium Kehren und Schrubben in einem einzigen Durchgang zusammenlegt: Vorne nehmen Seitenbürsten den trockenen Schmutz auf, hinten schrubben Scheibenbürsten Sekundenbruchteile später denselben Streifen nass. Was Sie hier lesen, ist eine dokumentenbasierte Einordnung – jede Zahl gegen die offizielle englische und deutsche Gausium-Broschüre, die Spezifikationsseite und die Produktseiten geprüft, gelesen mit der Erfahrung eines Betreibers, der Großflächenscrubber und Trockenkehrmaschinen jede Nacht im Einsatz hat. Das ergibt genau das, was ein Datenblatt nicht liefert: die zwei Stellen, an denen sich das Gausium-Material selbst widerspricht, die Zahlen, die es nirgends gibt, und die Fragen, die Sie schriftlich beantwortet haben sollten, bevor eine Maschine dieser Größe in Ihr Gebäude einzieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diese Einordnung stammt aus den offiziellen Gausium-Broschüren, der Spezifikationsseite und den Produktseiten, an der Quelle gelesen.
  • Drei Modi, zwei davon gleichzeitig: 3.024 m²/h Schrubben, 4.234 m²/h Kehren, 3.830 m²/h Staubwischen, 80/70 Liter Tanks, 120 Ah LFP, 220 kg. Alles theoretische Laborwerte laut Gausiums eigenem Hinweis.
  • Einen Lautstärkewert gibt es für den Marvel nirgends – weder offiziell noch beim Händler. Ohne ihn lässt sich kein Nachteinsatz nahe schlafender Menschen seriös planen. Dasselbe gilt für Saugkraft, Schutzart und CE-Unterlagen.
  • Gegenüber unserem Großflächenscrubber L50 ist das Argument des Marvel nicht Tempo, sondern dass er in einem Durchgang erledigt, wofür unsere Flotte zwei Maschinen braucht. Vor jedem Pilotbetrieb deutsche Lieferzeit, Workstation und Auftragsverarbeitungsvertrag klären.
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Was der Marvel ist – und wo er in der Gausium-Palette steht

Der offizielle Titel lautet bei Gausium „Commercial Robot Floor Cleaner for Large & Complex Spaces", die deutsche Broschüre nennt ihn „Professioneller Roboter-Bodenreiniger für große und komplexe Räume". Er hat drei Reinigungsmodi – Kehren, Schrubben und Staubwischen – und der Sinn der Maschine liegt darin, dass zwei davon gleichzeitig laufen. Vorne angebrachte Doppel-Seitenbürsten sammeln Feinstaub und groben Schmutz in eine integrierte Schmutzwanne, unmittelbar dahinter schrubben hintere Scheibenbürsten denselben Streifen nass. Am Kehren ist keine Walze beteiligt; Gausium bezeichnet die Anordnung als eigenentwickeltes Seitenbürstensystem und schreibt im eigenen Vergleichsbeitrag ausdrücklich, die Bürsten nähmen den Schmutz in die Wanne auf, „with no roller involved".

Dieser Unterschied wiegt schwerer, als er klingt, denn er trennt den Marvel von seinem eigenen Geschwistermodell. Gausium hat den Marvel im September 2025 auf der CMS Berlin gemeinsam mit dem kleineren Mira vorgestellt; die Interclean-Amsterdam-Pressemitteilung vom 14. April 2026 führt beide als „now commercially available following their introduction at CMS Berlin 2025". Der Mira kehrt mit einer Walzenbürste, der Marvel nicht. Und die beiden sind keine Varianten einer Maschine, sondern echte Größenklassen: Der Mira misst 680 × 550 × 900 mm bei 130 kg, hat 22 und 20 Liter Tanks, 400 mm Schrubbbreite, 25 kg Anpressdruck und eine Mindest-Durchgangsbreite von 660 mm. Der Marvel misst 1108 × 699 × 1168 mm bei 220 kg, hat 80 und 70 Liter Tanks, 600 mm Schrubbbreite, 55 kg Anpressdruck und braucht 850 mm zum Durchfahren. Wenn bei Ihnen die Gangbreite die Grenze setzt und nicht die Fläche, ist die kleinere Maschine die relevante – wir behandeln sie getrennt im Marktüberblick zum Gausium Mira.

Acht Maschinen führt die Produktnavigation von Gausium derzeit: Beetle, Phantas, PhanShop, Mira, Marvel, Omnie, Scrubber 75 und Vacuum 40. Vor diesem Hintergrund gelesen, ist der Marvel das großformatige Ende jener Kehr-Schrubb-Bauart, die Mira und Marvel als Paar eingeführt haben. Der Phantas steht als kompakter 4-in-1 am anderen Ende der Palette, Omnie und Scrubber 75 sind Scheuersaugmaschinen ohne Kehrstufe, der Beetle ist ein trockener Industriekehrer und der Vacuum 40 ein teppichfähiger Sauger. Gausium empfiehlt den Marvel für Standorte ab 3.000 m² und nennt als Zielumgebungen Einzelhandel und Supermärkte, Produktionsstätten, Lager und Logistik, Flughäfen und U-Bahn-Stationen, Krankenhäuser und Einkaufszentren.

Ein Detail sollten Sie kennen, bevor Sie sich die Maschine ausschließlich als Roboter vorstellen. Der Marvel hat einen manuellen Modus: Ein kraftunterstützter Griffbügel und ein optionales Stehpedal erlauben es dem Personal, ihn zwischen den autonomen Läufen wie ein herkömmliches Handgerät zu fahren – für Nacharbeit und zum Umsetzen. Im deutschen Material heißt das „kraftunterstützten Griffbügel und ein optionales Stehpedal".

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Die geprüften Eckdaten – und die zwei Stellen, an denen sich das Material widerspricht

Zuerst das Belastbare, denn bei dieser Maschine ist das der größere Teil. Die englische Broschüre vom 7. April 2026 und die deutsche vom 28. Mai 2026 sind Zeile für Zeile identisch, und die Spezifikationsseite stimmt in jedem metrischen Wert mit beiden überein. Reinigungsbreiten: 600 mm Schrubben, 840 mm Kehren, 760 mm Staubwischen. Maximale theoretische Reinigungsleistung: 3.024 m²/h Schrubben, 4.234 m²/h Kehren, 3.830 m²/h Staubwischen. Tanks: 80 Liter Frischwasser, 70 Liter Abwasser. Akku: 120 Ah Lithium-Eisenphosphat. Laufzeiten: 5 bis 7 Stunden Schrubben, mindestens 8 Stunden Kehren, mindestens 10 Stunden Staubwischen. Abmessungen 1108 × 699 × 1168 mm, Nettogewicht 220 kg, Höchstgeschwindigkeit 1,4 m/s, Mindest-Durchgangsbreite 850 mm, Mindest-Wendebreite 1.300 mm, Steigfähigkeit 10°. Der Anpressdruck beträgt 55 kg. Die Navigation läuft über 3D-LiDAR mit 360°-Kamerasystem und SLAM-Lokalisierung, und Gausium unterstützt den vollständigen Fernbetrieb – Kartierung und Einrichtung erfordern also niemanden vor Ort.

Jede dieser Leistungszahlen trägt denselben Hinweis, und der stammt von Gausium selbst: „Die Spezifikationen basieren auf den Testergebnissen des Gausium-Labors; die tatsächlichen Leistungsdaten können in spezifischen Anwendungen abweichen." Behandeln Sie 3.024 m²/h als Obergrenze unter Laborbedingungen, nicht als Planungswert – eine Maschine, die vor Hindernissen verzögert, am Gangende wendet und zum Wassernachfüllen anhält, hält ihn nicht. Für den Marvel veröffentlicht Gausium keine praktische Spanne, wie es das bei kleineren Modellen tut; eine ehrliche zweite Zahl können wir Ihnen hier also nicht nennen. Lassen Sie sich eine geben – schriftlich und für einen Grundriss wie Ihren.

Und nun die zwei Widersprüche, beide klein, beide aufschlussreich dafür, wie sorgfältig das Material zusammengestellt wurde. Erstens führt die Spezifikationsseite neben den 3.024 m²/h Schrubbleistung als imperialen Wert „21,700 ft²/h" – das ist aber die Umrechnung von 2.016 m²/h, also des Schrubbwerts des Mira, und steht wortgleich auch auf dessen Spezifikationsseite. Die englische Broschüre führt korrekt 32.550 ft²/h. Die metrischen Werte sind überall konsistent: Nutzen Sie die metrische Spalte und ignorieren Sie die imperiale. Zweitens trägt die deutsche Produktseite einen Merkmalsblock „Doppelte Effizienz", dessen Text lautet: „verkürzt Mira die Reinigungszeit … um die Hälfte" – auf der Seite des Marvel. Die englische Seite nennt an derselben Stelle den Marvel. Der deutsche Text wurde offensichtlich vom Geschwistermodell übernommen. Keiner der beiden Fehler verändert eine metrische Angabe, beide sind aber ein Grund, gegen die Broschüre zu prüfen und nicht gegen eine Webseite.

Schwerer als die Widersprüche wiegt das Fehlende. Einen Lautstärkewert für den Marvel gibt es nirgends – in keiner der beiden Broschüren, nicht auf der Spezifikationsseite, bei keinem der geprüften Händler. Es gibt keinen Saugkraftwert in Pascal, keine Schutzart, keine Akkuspannung und keine kWh-Angabe, kein genanntes Volumen für die Schmutzwanne und keine veröffentlichten CE- oder Konformitätsunterlagen. Ein Händler, Robobee, nennt eine Ladezeit von 3 Stunden; keine offizielle Quelle bestätigt das, behandeln Sie es also als ungeprüft, bis Gausium es schriftlich gibt. Und die zentrale Marketingaussage – zwei Schritte in einem Durchgang „verkürzt die Reinigungszeit um die Hälfte im Vergleich zu Maschinen, die getrennt kehren und schrubben" – ist eine Herstelleraussage ohne unabhängige Messung. Der Mechanismus ist plausibel; den Faktor zwei hat öffentlich niemand nachgewiesen.

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Einordnung gegen die Großflächenmaschine, die wir betreiben

Unser Maßstab in dieser Klasse ist der CenoBots L50, der industrielle Großflächenscrubber, den wir auf Logistik- und Produktionsflächen fahren – der Vergleich läuft also zwischen dem dokumentierten Marvel und einer Maschine, die wir aus dem Betrieb kennen. Der L50 ist mit 2.200 m²/h angegeben, bei 510 mm Scheibenbürste, 55 Liter Frisch- und 55 Liter Schmutzwasser, bis zu 6 Stunden Laufzeit und rund 4 Stunden Ladezeit, 1,2 m/s, 67 dB(A) Betriebslautstärke, Steigfähigkeit bis 6° – und, wie es der Zufall will, exakt demselben Nettogewicht von 220 kg wie der Marvel. Dieselbe Bodenlastklasse, dieselbe Aufzugsfrage, dasselbe Problem, wo die Maschine steht, wenn sie nicht arbeitet. Einen L50-Wert lassen wir in dieser Aufzählung bewusst weg, die Abziehbreite: Die aktuelle CenoBots-Produktseite nennt 740 mm, das Datenblatt 770 mm mit 840 mm als Option, das Handbuch 800 mm.

Auf dem Papier schrubbt der Marvel schneller – 3.024 gegen 2.200 m²/h, rund ein Drittel mehr –, aber geben Sie diese Differenz nicht aus, bevor Sie sie haben. Der Gausium-Wert ist ein ausdrücklich theoretisches Labormaximum, der L50-Wert eine angegebene Reinigungseffizienz, und beide sind nicht auf dieselbe Weise ermittelt. Konkreter ist der Tankvorsprung: 80 Liter Frischwasser gegen 55 bedeuten längere Abstände zwischen den Nachfüllungen auf großer Fläche, und daran entscheidet sich meist, ob eine Nachtschicht unbeaufsichtigt durchläuft. In der Gegenrichtung hat der L50 einen veröffentlichten Lautstärkewert und der Marvel keinen – keine Kleinigkeit, wenn Sie planen, wo und wann eine Maschine laufen darf.

Das eigentliche Argument für den Marvel ist nicht Tempo, sondern die Zahl der Durchgänge. Auf einer Hallenfläche mit trockenem Schmutz und nasser Verschmutzung erledigt unsere Flotte das mit zwei Maschinen: Der Pudu MT1 Max kehrt trocken mit bis zu 2.200 m²/h über 700 mm Arbeitsbreite in einen 35-Liter-Schmutzbehälter, bis zu 10 Stunden lang und ohne Wasser im gesamten Vorgang, und der L50 schrubbt danach. Der Marvel legt beides in eine Maschine und einen Durchgang. Das ist eine Fähigkeit, die unsere Flotte derzeit nicht hat – und das sagt man besser klar, als darum herumzureden. Das Gegenargument ist ebenso klar: Zwei Maschinen sind zwei unabhängige Akkubudgets, zwei Wartungspfade und zwei Dinge, die ausfallen können, ohne die ganze Fläche stillzulegen. Eine Maschine, die alles kann, ist auch eine Maschine, deren Ausfall alles stoppt.

Daraus folgen zwei praktische Punkte für jeden Vergleich. Erstens die Nassspur: Im Kehr-Schrubb-Modus hinterlässt der Marvel denselben dünnen, rasch abtrocknenden Film wie jede Scheuersaugmaschine, der Boden ist hinter ihm also kurz feucht – im reinen Kehr- oder Staubwischmodus bleibt er vollständig trocken, wie beim MT1 Max. Planen Sie den Modus, nicht die Maschine. Zweitens ist die modusabhängige Laufzeit ein Planungswerkzeug: 5 bis 7 Stunden nass, mindestens 8 Stunden Kehren, mindestens 10 Stunden Staubwischen. Falls Sie noch klären, ob eine Scheuersaugmaschine überhaupt die richtige Kategorie ist, sortiert unser Ratgeber Scheuersaugroboter diese Frage, und das Maschinenporträt zum L50 zeigt, wie Großflächenreinigung im Alltag tatsächlich aussieht.

L50
MT1 Max
L50GroßflächenscrubberMT1 MaxKehrroboter, trocken
Piktogramme: 1:1 aus unseren Produkt-Referenzfotos vektorisiert – keine illustrativen Icons.
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Datenschutz, Konformität und die Unterlagen, die zuerst auf den Tisch gehören

Beginnen wir mit dem Dokumentierten, nicht mit dem Vermuteten. Der Marvel navigiert mit 3D-LiDAR und einem 360°-Kamerasystem – Kamera im wörtlichen Sinn – und ist konstruktionsbedingt eine cloud-angebundene Maschine: Gausium bewirbt den vollständigen Fernbetrieb und die Flottenverwaltung, und die Technologieseite beschreibt eine Cloud-Plattform mit Over-the-Air-Updates, 24/7-Ferndiagnose und einer offenen API zur Anbindung anderer Anwendungen und IoT-Geräte. Eine Maschine, die sich aus der Ferne einrichten und diagnostizieren lässt, ist eine Maschine, die Daten aus Ihrem Gebäude sendet. Das ist kein Mangel, das ist das Produkt – es muss nur in Ihren Unterlagen auftauchen.

Was Gausium zu diesen Daten sagt, ist dünner, als ein deutscher Käufer es braucht. Die Datenschutzerklärung des Unternehmens führt aus, erhobene personenbezogene Daten würden „on Amazon Cloud servers in your country or region" gespeichert und Nutzer könnten „choose the cloud server area where your personal information will be stored based on your location"; zugleich enthält sie eine Klausel zur Übermittlung inländisch erhobener personenbezogener Daten an Stellen im Ausland. Ein konkreter EU-Standort wird nicht genannt, die DSGVO nicht erwähnt. Getrennt davon erklärt eine Aussage vom 25. Februar 2026, die CTO Dr. Baoxing Qin zugeschrieben wird, Gausium sei „fully GDPR-compliant, collecting training data exclusively from the China market, validating models there, and then deploying validated software upgrades to overseas fleets without collecting any customer data from international markets". Diese Aussage steht nicht unwidersprochen. Das Clingendael Institute, das niederländische Institut für internationale Beziehungen, hat berichtet, Daten von Gausium-Robotern würden in Singapur gespeichert, und in Frage gestellt, ob sie dort dem Schutz der DSGVO unterliegen. Hersteller und Institut widersprechen einander, die öffentliche Aktenlage löst das nicht auf, und wir lösen es hier auch nicht auf – genau deshalb gehört dieser Punkt in einen Vertrag und nicht in einen Prospekt. Zur Einordnung gehört auch die Struktur hinter der Maschine: Gausium unterhält ein einziges europäisches Büro, in Zaltbommel in den Niederlanden, und keine deutsche Tochtergesellschaft – der deutsche Markt läuft über unabhängige Händler.

Nichts davon ist ein Vertrag, und genau darum geht es. Für jeden cloud-angebundenen Reinigungsroboter mit Kameras – unabhängig von Hersteller und Herkunftsland – bestehen Sie vor dem Einsatz auf fünf Unterlagen: einem Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, der benannten Speicherregion für Betriebs- und Kartendaten, der Liste der Unterauftragsverarbeiter, dem Umgang mit Kamerabildern samt Löschfristen und den technischen und organisatorischen Maßnahmen. Bei öffentlichen Vergaben, in Krankenhäusern und an betriebsratssensiblen Standorten ist das kein Papierkram, sondern ein K.-o.-Kriterium. Wir legen denselben Maßstab an jede Maschine unserer eigenen Flotte an; unser Beitrag zum Datenschutz bei Reinigungsrobotern führt aus, was Sie fragen sollten und warum.

In dieselbe Unterhaltung gehört eine Konformitätslücke, die speziell diese Maschine betrifft. Wir haben für den Marvel weder eine veröffentlichte CE-Erklärung noch Konformitätsunterlagen noch eine Schutzart gefunden – nicht auf der offiziellen Seite, in keiner der beiden Broschüren, bei keinem Händler. Für eine 220 kg schwere autonome Maschine, die Gausium für den Betrieb im Mischverkehr mit Gabelstaplern und Fußgängern bewirbt, ist das die erste anzufordernde Unterlage, nicht die letzte. Behandeln Sie die Herstellerformulierung von der „zero-blind-spot"-Wahrnehmung und die Sicherheitsaussagen zum Mischverkehr als Marketingsprache, solange Ihnen keine Konformitätserklärung mit der angewandten Norm schriftlich vorliegt.

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Für wen der Marvel in die engere Wahl gehört – und was Sie in der Demo prüfen

Nehmen Sie den Marvel in die engere Wahl, wenn Ihre Fläche groß, hart und in beiderlei Hinsicht zugleich schmutzig ist: Lagerhallen und Produktionshallen, in denen Staub und Reifenabrieb gemeinsam anfallen, großflächige Supermärkte, Parkhäuser mit trockenem Splitt und Ölfilm auf derselben Sohle. Gausiums eigene Empfehlung von mehr als 3.000 m² je Standort ist eine sinnvolle Untergrenze, und 850 mm Mindest-Durchgangsbreite mit 1.300 mm Wendebreite sind die Geometrie, die Ihr Grundriss erfüllen muss. Die Steigfähigkeit von 10° ist ein echter Unterschied bei Parkhausrampen: Unser eigener L50 ist bis 6° angegeben, eine steilere Rampe liegt also außerhalb seiner Spezifikation.

Nehmen Sie ihn nicht in die engere Wahl, wenn nicht die Fläche, sondern der Gang die Grenze setzt – unterhalb von 850 mm ist der Mira die Maschine, nach der Sie schauen sollten, nicht der Marvel. Nehmen Sie ihn nicht für Außenflächen, denn eine Schutzart ist nicht veröffentlicht. Und Vorsicht bei zwei von Gausium genannten Branchen, die wir ohne Messung nicht zusagen würden: In Krankenhäusern und an Flughäfen wird nachts in Fluren nahe schlafender oder ruhender Menschen gearbeitet, und für diese Maschine existiert überhaupt kein Lautstärkewert. Wenn Sie früher im Prozess stehen und noch Kategorien statt Marken sortieren, beginnen Sie mit unserem Ratgeber Welcher Reinigungsroboter passt.

Dazu kommt die kaufmännische Wirklichkeit in Deutschland, die nicht dasselbe ist wie die Produktreife. Die Interclean-Pressemitteilung von Gausium aus dem April 2026 nennt den Marvel kommerziell verfügbar, der deutsche Händler Terra Robotics führt ihn aber weiterhin als „Coming Soon" mit „Preis anfragen"-Schaltfläche und Leasing-Anfrageformular. Die erste Frage im Verkaufsgespräch betrifft also nicht die Spezifikation, sondern: Wann liefern Sie, und woher kommt die Maschine physisch? Fragen Sie im selben Atemzug nach der Workstation. Zwei DACH-Händler, SEBOTICS und Robobee, bewerben für den Marvel eine optionale Workstation mit selbsttätigem Andocken, Laden, Frischwassernachfüllung, Schmutzwasserentleerung, Tankspülung und Reinigungsmitteldosierung – die eigene Workstation-Seite von Gausium führt jedoch nur WS-01 für den Scrubber 50, WS-02 für den Scrubber 75 und WS-03 für den Phantas, für den Marvel nichts. Wenn die unbeaufsichtigte Wasserversorgung Ihre Wirtschaftlichkeitsrechnung trägt, lassen Sie sich Modellbezeichnung, Stellfläche und Anschlussbedarf schriftlich geben, bevor Sie damit rechnen.

Und in der Demo prüfen Sie, was kein Datenblatt klärt. Fahren Sie die 850 mm Durchgangsbreite und die 1.300 mm Wendebreite durch Ihren engsten echten Gang, nicht durch den durchschnittlichen. Bringen Sie ein Schallpegelmessgerät mit und nehmen Sie Ihren eigenen dB(A)-Wert am Betriebspunkt auf, denn es gibt keine veröffentlichte Zahl, auf die Sie zurückfallen könnten. Beobachten Sie die Schmutzwanne: Ein Volumen ist nicht veröffentlicht, messen Sie also, wie lange sie auf Ihrem schwierigsten Boden hält, bevor jemand sie leeren muss. Lassen Sie die Maschine laufen, bis das Frischwasser leer ist, und notieren Sie die tatsächlich gereinigte Fläche – Gausium veröffentlicht keinen Wert für die Fläche je Tankfüllung, und die 80 Liter sind nur dann ein Vorteil, wenn sie Ihre Schicht überstehen. Prüfen Sie, was die Seitenbürsten auswerfen, wenn sie auf echten Schmutz statt auf Teststaub treffen, sehen Sie sich den Streifen an Ihrer schwierigsten Wand an, und fordern Sie CE-Erklärung, Sensorliste und Auftragsverarbeitungsvertrag vor dem Pilotbetrieb an, nicht danach. Wenn Sie dieselbe Liste gemeinsam mit uns durchgehen wollen, ist das der Zweck unserer Demotermine.

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Häufige Fragen

Gausium nennt als theoretische Maximalwerte 3.024 m²/h für das Schrubben, 4.234 m²/h für das Kehren und 3.830 m²/h für das Staubwischen. Alle drei tragen den Hinweis des Herstellers, dass die Spezifikationen auf Testergebnissen des Gausium-Labors beruhen und die tatsächliche Leistung abweichen kann. Anders als bei den kleineren Modellen veröffentlicht Gausium für den Marvel keine praktische Spanne – lassen Sie sich vom Händler einen für einen Grundriss wie Ihren gerechneten Wert geben, bevor Sie Schichten darauf aufbauen.

Ja, so ist die Maschine gebaut. Zwei vorne angebrachte Seitenbürsten kehren trockenen Staub und groben Schmutz in eine integrierte Wanne, unmittelbar dahinter schrubben hintere Scheibenbürsten denselben Streifen nass, mit 55 kg Anpressdruck. Am Kehren ist keine Walze beteiligt. Daneben gibt es Kehren und Staubwischen als eigene Trockenmodi. Die Aussage von Gausium, das halbiere die Reinigungszeit gegenüber Maschinen, die getrennt kehren und schrubben, ist eine Herstellerangabe ohne unabhängige Messung.

Einen Lautstärkewert gibt es nicht. Weder die englische noch die deutsche Broschüre, weder die Spezifikationsseite noch eine der geprüften Händlerseiten nennt für den Marvel einen dB-Wert. Für eine Maschine mit Saugwasserrückgewinnung ist das eine echte Planungslücke: Ohne Messung lässt sich der Nachteinsatz nahe schlafender Gäste oder Patienten nicht seriös zusagen, auch wenn Gausium Krankenhäuser als Zielumgebung nennt. Nehmen Sie in der Demo einen eigenen Wert am Betriebspunkt auf und lassen Sie sich vom Hersteller eine Zahl schriftlich bestätigen.

Sie teilen das Prinzip Kehren und Schrubben in einem Durchgang und wurden gemeinsam auf der CMS Berlin 2025 vorgestellt, sind aber verschiedene Maschinen. Der Mira misst 680 × 550 × 900 mm bei 130 kg, mit 22 und 20 Liter Tanks, 400 mm Schrubbbreite, 25 kg Anpressdruck, 60 Ah, theoretisch 2.016 m²/h Schrubben und 660 mm Mindest-Durchgangsbreite. Der Marvel misst 1108 × 699 × 1168 mm bei 220 kg, mit 80 und 70 Liter Tanks, 600 mm Schrubbbreite, 55 kg Anpressdruck, 120 Ah, theoretisch 3.024 m²/h und 850 mm Mindest-Durchgangsbreite. Der Mira kehrt mit einer Walzenbürste, der Marvel mit Doppel-Seitenbürsten. Entscheiden Sie zuerst nach Gangbreite, dann nach Fläche.

Das hängt davon ab, ob Ihre Fläche neben dem Schrubben auch gekehrt werden muss. Der L50 ist mit 2.200 m²/h angegeben, bei 55 und 55 Liter Tanks, 510 mm Scheibenbürste, bis zu 6 Stunden Laufzeit und 67 dB(A) – er schrubbt, er kehrt nicht. Der Marvel ist mit theoretisch 3.024 m²/h Schrubben und 4.234 m²/h Kehren bei 80 und 70 Liter Tanks dokumentiert und erledigt beides in einem Durchgang. Beide wiegen 220 kg. Wo trockener Schmutz und nasse Verschmutzung zusammen auftreten, spart die Ein-Durchgang-Maschine einen Lauf; wo nur geschrubbt werden muss, bringt die zusätzliche Kehrtechnik nichts. Zur Einordnung: Die L50-Werte stammen aus einer Maschine, die wir selbst fahren, die Marvel-Werte aus dessen Dokumentation.

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