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Marktüberblick · · 9 Min. Lesezeit

Gausium Mira: Kehren und Schrubben in einem Durchgang – die geprüften Daten

Der Gausium Mira ist die interessanteste Neuvorstellung des vergangenen Jahres im gewerblichen Reinigungsmarkt, und zwar aus einem Grund: Er kehrt und schrubbt in einem einzigen Durchgang. Alles andere in dieser Klasse macht entweder das eine oder das andere. Was Sie hier lesen, ist eine dokumentenbasierte Einordnung – jede Zahl gegen die offizielle Gausium-Spezifikationsseite sowie die englische und die deutsche Broschüre geprüft, gelesen mit der Erfahrung eines Betreibers, der vergleichbare Scheuersaugroboter täglich im Einsatz hat. Das ergibt genau das, was Herstellerseiten und Händlerlisten nicht liefern: was die theoretischen Flächenleistungen tatsächlich bedeuten, welche Zahlen Gausium überhaupt nicht veröffentlicht, wo Händlerbeschreibungen vom offiziellen Material abweichen und was geklärt sein muss, bevor diese Maschine in ein deutsches Gebäude fährt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diese Einordnung stammt aus der offiziellen Gausium-Spezifikationsseite und den Broschüren, an der Quelle gelesen.
  • Die echte Neuerung: Eine vordere Walzenbürste kehrt den Schmutz in eine Wanne, bevor das hintere Scheibendeck Wasser aufbringt. Ein Durchgang statt zwei Maschinen.
  • Die theoretischen 2.016 m²/h sind exakt Arbeitsbreite mal Höchstgeschwindigkeit – dieselbe Rechnung wie bei unserem CenoBots L3, und dieselbe Schrubbbreite von 400 mm. Empfohlen sind laut Gausium 800–2.000 m² je Standort.
  • Kein dB-Wert, kein Saugkraftwert, keine Ladezeit, keine veröffentlichten Konformitätsunterlagen. Lassen Sie sich alle vier vor einem Einsatz in Deutschland schriftlich geben.
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Was der Mira ist – und wo er in Gausiums Programm steht

Die deutsche Gausium-Broschüre führt als offizielle Bezeichnung „Gewerblicher Bodenreinigungsroboter für mittelgroße Flächen". Auf dem Titel stehen drei Modi: Kehren, Schrubben und Staubwischen. Debütiert hat die Maschine im September 2025 auf der CMS Berlin, und Gausiums eigene Pressemitteilung nennt sie „the debut of a completely new product line" – den Auftakt einer komplett neuen Produktlinie. Im November 2025 gewann sie auf der ISSA Show North America den Preis „Innovation of the Year" in der Kategorie Automation & Equipment. Seit April 2026 beschreibt Gausium den Mira und den größeren Marvel als „now commercially available following their introduction at CMS Berlin 2025".

Was ihn zur neuen Produktlinie macht statt zum nächsten Scheuersaugroboter, ist die Mechanik. Laut Gausiums eigenem Technik-Blog übernimmt vorn eine Walze, die „focuses purely on sweeping, feeding dust, dirt and debris into a built-in debris tray" – sie kehrt ausschließlich und befördert Staub, Schmutz und Partikel in eine eingebaute Schmutzwanne. Dahinter läuft ein separates Scheibenbürstendeck „on the same pass", also im selben Durchgang. Wichtiger als die Kombination ist die Reihenfolge: „sweeping happens first — debris carried into the tray before any water touches the floor. Only then does the dedicated disc deck behind apply water and scrub." Wer je einen Scheuersaugroboter über einen ungekehrten Boden geschickt hat, weiß warum. Trockener Schmutz plus Wasser ergibt Schlamm, Schlamm setzt die Rakel zu, und die Maschine verteilt anschließend genau das, was sie aufnehmen sollte. Der Mira ist so gebaut, dass dieser Fall nicht eintreten kann.

Im Programm sitzt der Mira in der Mitte. Darunter steht der kompakte 4-in-1-Roboter Gausium Phantas, mit 330 mm Schrubbbreite und 10 kg Anpressdruck eine deutlich kleinere Maschine, offiziell mit praktisch 350–700 m²/h angegeben. Darüber steht der Marvel, dasselbe Kehr-und-Schrubb-Konzept in groß: 1.108 × 699 × 1.168 mm, 220 kg, 600 mm Schrubbbreite, 80 und 70 Liter Tanks, 120 Ah, 850 mm Mindest-Durchgangsbreite. Der Marvel kehrt mit zwei vorderen Seitenbürsten statt mit einer Walze, was Gausium als die bessere Lösung für groben Schmutz beschreibt; die Walze des Mira zielt auf das Feinstaubprofil von Supermärkten und Handelsflächen. Die von Gausium empfohlene Reinigungsfläche für den Mira liegt bei 800–2.000 m² je Standort.

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Die geprüften Eckdaten – und was die theoretische Flächenleistung wirklich ist

Zuerst das Belastbare, denn die offizielle Datenbasis ist ungewöhnlich konsistent: Spezifikationsseite und beide Broschüren stimmen Zeile für Zeile überein. Der Mira misst 680 × 550 × 900 mm bei 130 kg Nettogewicht. Die Arbeitsbreiten betragen 400 mm beim Schrubben, 750 mm beim Kehren und 620 mm beim Staubwischen. Der maximale Anpressdruck liegt bei 25 kg, verteilt auf zwei Tellerbürsten. Die Tanks fassen 22 Liter Frisch- und 20 Liter Schmutzwasser. Der Akku ist ein Lithium-Eisenphosphat-Typ mit 60 Ah und liefert maximale Laufzeiten von 4 Stunden Schrubben, 8 Stunden Kehren und 10 Stunden Staubwischen. Die Mindest-Durchgangsbreite beträgt 660 mm, die Mindest-Wendebreite 950 mm, die Steigfähigkeit 6°, die Höchstgeschwindigkeit 1,4 m/s. Freigegebene Bodenbeläge laut offizieller Produktseite: Naturstein, Kunstmarmor und Granit, Keramikfliesen, PVC/Vinyl und Epoxidharz.

Und nun zur theoretischen Flächenleistung, denn mit dieser Zahl wird jeder Händler beginnen. Gausium nennt maximal 2.016 m²/h beim Schrubben, 3.780 m²/h beim Kehren und 3.124 m²/h beim Staubwischen. Rechnen Sie nach: 0,4 m Arbeitsbreite × 1,4 m/s × 3.600 Sekunden = 2.016 m²/h. 0,75 m × 1,4 m/s × 3.600 = 3.780 m²/h. Und 0,62 m × 1,4 m/s × 3.600 = 3.124,8, veröffentlicht als 3.124. Jeder dieser Werte ist schlicht Arbeitsbreite mal Höchstgeschwindigkeit – eine Maschine, die ewig mit Vollgas geradeaus fährt, ohne Wenden, ohne Bahnüberlappung, ohne Hindernisstopps, ohne Nachfüllen. Das ist kein Vorwurf an Gausium; dieselbe Rechnung erzeugt die theoretischen Werte in der gesamten Klasse, und die Fußnote der Broschüre sagt es unumwunden: Die Spezifikationen basieren auf den Testergebnissen des Gausium-Labors, die tatsächlichen Leistungsdaten können in spezifischen Anwendungen abweichen. Es ist einfach ein Grund, mit den empfohlenen 800–2.000 m² je Standort zu planen statt mit der m²/h-Schlagzeile.

Die eigentliche Grenze setzt der Tank, nicht der Akku. Vier Stunden Schrubben ergäben zum theoretischen Wert rund 8.000 m², aber 22 Liter Frischwasser halten auf keinem realen Boden so lange – Sie füllen mitten im Lauf nach oder Sie brauchen die Workstation. Gausium veröffentlicht für den Mira keine Flächenangabe je Tankfüllung, und wir tun es auch nicht: Jede solche Zahl wäre erfunden. Lassen Sie sie sich schriftlich geben, zusammen mit der Wassermenge, die ihr zugrunde liegt.

Und jetzt zu dem, was überhaupt nicht veröffentlicht ist. Für den Mira existiert nirgends im offiziellen Material ein Lautstärkewert – weder auf der Spezifikationsseite noch in der englischen noch in der deutschen Broschüre. Diese eine Lücke entscheidet mehr, als sie aussieht: Ohne gemessenen dB(A)-Wert würden wir diese Maschine nachts nicht in einen Hotelflur schicken, und Sie sollten es auch nicht. Ein deutscher Händler bewirbt „Leise Reinigung im laufenden Betrieb", ohne eine Zahl daranzuhängen – damit lässt sich kein Leistungsverzeichnis füllen. Ebenfalls nicht veröffentlicht: Saugkraft in Pascal, Ladezeit, Akkuspannung beziehungsweise kWh, Schutzart und das Volumen der Schmutzwanne. Auch CE- oder Konformitätsunterlagen zum Mira haben wir nirgends öffentlich gefunden – fordern Sie die Konformitätserklärung vor jedem Einsatz in Deutschland an. Zuletzt ein offener Widerspruch, den man kennen sollte: Zwei europäische Händler bieten eine Dockingstation für den Mira an, unter zwei verschiedenen Namen – einer nennt sie „Workstation Mira", der andere „CS-04" –, während Gausiums eigene Workstation-Seite ausschließlich WS-01, WS-02 und WS-03 für Scrubber 50, Scrubber 75 und Phantas listet, also gar kein Mira-Modell. Welche Einheit es tatsächlich gibt und welchen Wasseranschluss und Stellplatz sie braucht, ist eine Frage an den Anbieter.

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Gemessen an den Maschinen, die wir betreiben

Das direkte Duell läuft gegen den CenoBots L3, und es ist enger, als beiden Herstellern lieb sein dürfte. Beide Maschinen schrubben 400 mm breit mit einer Doppel-Scheibenbürste, beide fahren maximal 1,4 m/s, und beide landen deshalb bei exakt denselben theoretischen 2.016 m²/h. Die Unterschiede: Der Mira drückt stärker an (25 kg gegen 18 kg beim L3) und bringt eine Kehrstufe mit, die der L3 nicht hat. Der L3 führt mehr Wasser mit (25 und 25 Liter gegen 22 und 20), lädt in 1,5–2 Stunden, navigiert mit einem 96-Strahl-3D-LiDAR und analysiert den Boden mit einem Nvidia-Chip mit 100 TOPS für automatische Teppicherkennung, und seine Docking-Station füllt nach, dosiert Reinigungsmittel und entleert selbsttätig, versorgt aus dem mobilen 60-Liter-Wassertank WT3. Dazu kommt etwas, das kein Datenblatt zeigt: unsere eigene Servicehistorie dahinter. Das ist keine Lücke, die der Mira füllt, sondern eine Sortimentsentscheidung.

Die Lücke, die er tatsächlich füllt, ist der Zwei-Durchgang-Ablauf. Heute braucht eine Fläche mit trockenem Schmutz und nasser Verschmutzung bei uns zwei Maschinen: Der Pudu MT1 kehrt sie trocken mit bis zu 1.800 m²/h auf 700 mm Breite in einen 35-Liter-Behälter – eine rein trockene Maschine, in deren Prozess an keiner Stelle Wasser vorkommt – und anschließend schrubbt ein L3 oder L4. Der Mira legt das in einen Durchgang zusammen, und genau deshalb lohnt es, ihn zu beobachten. Die ehrliche Grenze steht im selben Satz: Gausium veröffentlicht das Volumen der Mira-Schmutzwanne nicht, und eine Wanne, die in eine 130-kg-Kombimaschine passt, wird kein 35-Liter-Behälter sein. Auf Flächen mit echtem Schmutzaufkommen ist die Entleerungsfrequenz die Frage, die Sie stellen müssen; die Kehrmaschinenklasse, gegen die er in diesem Modus antritt, behandelt unser Vergleich der Kehrroboter.

Zwei weitere Bezugspunkte. Der CenoBots L4 schafft bis zu 1.944 m²/h auf 450 mm, mit 38 Litern Frischwasser und 4,5 Stunden Laufzeit; seinen Schmutzwassertank gibt das offizielle EU-Datenblatt mit 32 Litern an, drei Distributoren mit 36 – diesen Wert lassen wir deshalb offen. Die „75 % Wasserersparnis", die dieser Maschine oft zugeschrieben wird, hat keine Herstellerquelle: Die aktuellen offiziellen CenoBots-Seiten nennen überhaupt keinen Prozentwert, dokumentiert ist allein das qualitative Smart Flow. Wo der Mira mit der zusätzlichen Kehrstufe punktet, punktet der L4 bei den Nachfüllintervallen, was auf Flächen ohne Wasseranschluss in der Nähe den Tag entscheidet. Und der Pudu CC1 ist die Stufe darunter: 700–1.000 m²/h, 500 mm, je 15 Liter Tanks, eine veröffentlichte Maximalsaugkraft von 17.000 Pa und eine Betriebslautstärke unter 70 dB(A). Der letzte Wert ist hier der entscheidende, denn der CC1 hat ihn und der Mira nicht.

Ein Wort zur Schmalgang-Aussage, weil sie gern überzogen wird. Die 660 mm Mindest-Durchgangsbreite des Mira sind für eine 130-kg-Maschine, die Kehrwalze und Schrubbdeck gleichzeitig trägt, wirklich bemerkenswert – für unseren L4 nennen wir 80 cm Durchgangsbreite, der Mira ist also die schmalere Maschine. Der schmalste Wert im Katalog seines eigenen Herstellers ist es aber nicht: Der viel kleinere Phantas passt offiziell durch 650 mm. Lesen Sie die 660 mm als „schmal für diese Leistungsklasse", nicht als „am schmalsten". Wenn Sie noch klären, welche Maschinenkategorie Ihr Gebäude überhaupt braucht, beginnen Sie mit unserem Ratgeber Scheuersaugroboter.

L3
L4
MT1
L3Scheuersauger, 400 mmL4Scheuersauger, wassersparendMT1Kehrroboter, trocken
Piktogramme: 1:1 aus unseren Produkt-Referenzfotos vektorisiert – keine illustrativen Icons.
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Cloud, Sensorik und die Fragen vor einer Beschaffung in Deutschland

Was offiziell dokumentiert ist, ist kurz und eindeutig. Die deutsche Broschüre führt „Müheloser Fernbetrieb" als wichtigstes Merkmal und beschreibt hochpräzise 3D-LiDAR-basierte Kartierung, Navigation und Einrichtung, die den vollständigen Fernbetrieb und das Flottenmanagement unterstützen. Es gibt also eine Cloud, und Betriebsdaten gehen dorthin. Die Inbetriebnahme per Drop & Go beschreibt die offizielle Produktseite als „no professional mapping, no complex configuration, and no technical expertise" – ohne professionelle Kartierung, ohne komplexe Konfiguration, ohne technisches Fachwissen –, wobei sich der Roboter in Echtzeit an Layout-Änderungen anpasse und nicht neu kartiert werden müsse. Behandeln Sie den letzten Teil als Herstellerangabe zur Leistungsfähigkeit und nicht als Betriebstatsache, solange niemand das Gerät in Ihrem Gebäude gefahren hat – jede autonome Maschine, die wir betreiben, brauchte Einrichtungsarbeit, von der ihre Broschüre nichts erzählte.

Nachhaken sollten Sie bei der Sensorik, denn hier gehen die Quellen auseinander. Das offizielle Gausium-Material zum Mira nennt ausschließlich die 3D-LiDAR-basierte Navigation. Ein deutscher Händler listet für dieselbe Maschine deutlich mehr: „3D-LiDAR, Laser, 2D-LiDAR, 3D-Tiefenkamera, RGB-Kamera, Kollisionssensor, Anti-Drop-Sensor". Ob eine RGB-Kamera an Bord ist, ist keine technische Fußnote. Davon hängt ab, ob Sie eine Datenschutz-Folgenabschätzung brauchen, ob Ihr Betriebsrat einzubinden ist und ob die Maschine überhaupt in Patienten- oder Kundenbereiche fahren darf. Lassen Sie sich die Sensorliste für genau die angebotene Bauform schriftlich geben, und falls eine Kamera dabei ist, den Umgang mit deren Daten im selben Dokument. Was in welcher Reihenfolge zu fragen ist, arbeiten wir in unserem Beitrag zum Datenschutz bei Reinigungsrobotern durch.

Zur Frage, wohin die Daten gehen, ist die öffentliche Aktenlage dünner, als ein deutscher Käufer es braucht. Die Datenschutzerklärung von Gausium führt aus, erhobene personenbezogene Daten würden „stored on Amazon Cloud servers in your country or region" – auf Amazon-Cloud-Servern im Land oder in der Region des Nutzers – und „you can choose the cloud server area where your personal information will be stored based on your location"; zugleich enthält sie eine Klausel zur Übermittlung inländisch erhobener personenbezogener Daten an Stellen im Ausland. Ein konkreter EU-Standort wird nicht genannt, die DSGVO nicht erwähnt. Getrennt davon erklärte Gausiums CTO Dr. Baoxing Qin im Februar 2026, das Unternehmen sei „fully GDPR-compliant, collecting training data exclusively from the China market, validating models there, and then deploying validated software upgrades to overseas fleets without collecting any customer data from international markets". Das ist eine Aussage, kein Vertrag – und genau darum geht es. Sie steht außerdem nicht unwidersprochen. Das Clingendael Institute, das niederländische Institut für internationale Beziehungen, hat berichtet, Daten von Gausium-Robotern würden in Singapur gespeichert, und in Frage gestellt, ob sie dort dem Schutz der DSGVO unterliegen. Hersteller und Institut widersprechen einander, kein öffentliches Dokument löst das auf, und wir lösen es hier auch nicht auf: Das gehört vor einem Einsatz vertraglich geklärt, und bei öffentlichen Auftraggebern ist es bis dahin ein K.-o.-Kriterium.

Dazu die strukturellen Fakten. Gausium führt neben Shanghai und Hongkong genau ein europäisches Büro, im niederländischen Zaltbommel; eine deutsche Gesellschaft gibt es nicht. Der Vertrieb in Deutschland läuft über unabhängige Händler, das heißt: Ihr Servicelevel, Ihre Ersatzteil-Lieferzeit und Ihr Eskalationsweg stehen im Händlervertrag, nicht beim Hersteller. Unsere Haltung dazu ist nicht, dass ein chinesischer Hersteller ein Problem wäre – sie ist, dass die Beweislast dokumentarisch ist, und zwar bei jedem Anbieter gleichermaßen. Vor einem Einsatz hätten wir gern in der Hand: die Konformitätserklärung für die gelieferte Bauform, einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, die benannte Speicherregion für Betriebs- und Kartendaten, die Liste der Unterauftragsverarbeiter, den Umgang mit etwaigen Kamerabildern samt Löschfristen und eine schriftliche Service- und Ersatzteilzusage mit Reaktionszeiten. Bei öffentlichen Vergaben, in Krankenhäusern und an betriebsratssensiblen Standorten sind das K.-o.-Kriterien und kein Papierkram.

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Für wen der Mira in die engere Wahl gehört – und was Sie in der Demo prüfen

Nehmen Sie den Mira in die engere Wahl, wenn Ihre Fläche beide Probleme gleichzeitig hat: trockenen Schmutz und nasse Verschmutzung auf demselben Hartboden, in der von Gausium empfohlenen Größenklasse von 800–2.000 m², mit Gängen, die für eine ausgewachsene Scheuersaugmaschine zu schmal sind. Die Gausium-Broschüre selbst nennt als Zielbranchen Einzelhandel und Supermärkte, Produktionsstätten, Lager und Logistik, Flughäfen und U-Bahn-Stationen, Krankenhäuser und Einkaufszentren. Nach unserer Lesart liegt der ehrliche Kernbereich bei Supermärkten und Fachmärkten – Regalgänge, Krümel und Verpackungsreste vor den Kassen, nasse Verschmutzung im Eingang, und eine einzige Maschine, die nach Ladenschluss beides erledigt. Lagerhallen und leichte Produktion funktionieren aus demselben Grund, solange das Schmutzaufkommen zu einer Wanne passt, die Sie ausgemessen haben.

Nehmen Sie ihn nicht in die engere Wahl, wenn Sie dokumentierte Werte brauchen, die der Hersteller nicht veröffentlicht. Kein Lautstärkewert heißt: kein Nachteinsatz in der Nähe schlafender Gäste und keine dB(A)-Zeile im Leistungsverzeichnis; kein Saugkraftwert heißt dasselbe für jede Ausschreibung, die einen verlangt. Flächen deutlich über 2.000 m² gehören zum Marvel oder zu einer ausgewachsenen Scheuersaugmaschine, nicht zum Mira. Reines Trockenkehren auf großen offenen Flächen bleibt Kehrmaschinen-Territorium, wo ein 35-Liter-Behälter eine unveröffentlichte Wanne schlägt. Und in der öffentlichen Beschaffung warten Sie, bis Konformitäts- und Datenschutzunterlagen tatsächlich vorliegen. Wenn Sie früher im Prozess stehen und noch nicht sicher sind, welche Kategorie passt: Unser Ratgeber Welcher Reinigungsroboter passt sortiert die Kategorien, bevor Sie die Marken sortieren.

Prüfen Sie in der Demo, was kein Datenblatt klärt. Bringen Sie ein Schallpegelmessgerät mit und nehmen Sie den dB(A)-Wert am tatsächlichen Betriebspunkt im Schrubbmodus selbst auf, denn diese Zahl gibt es sonst nirgends. Lassen Sie die Schmutzwanne vor Ihren Augen leeren und notieren Sie, wie voll sie nach einem realistischen Durchgang war – das ergibt das Entleerungsintervall, das niemand veröffentlicht hat. Schicken Sie die Maschine durch Ihren engsten echten Gang, nicht durch den durchschnittlichen, und lassen Sie sie am Ende wenden, wo die 950 mm halten müssen. Sehen Sie sich den Boden dahinter an: Im Kombimodus sollten Sie eine sauber gekehrte Spur mit dünnem, abtrocknendem Film sehen, im reinen Kehrmodus gar keine nasse Spur. Fragen Sie, was passiert, wenn ein Teil für die Walze zu groß ist. Testen Sie die Drop-&-Go-Aussage, indem Sie die Maschine auf einer Fläche in Betrieb nehmen lassen, die sie noch nie gesehen hat – und stoppen Sie die Zeit. Holen Sie Sensorliste, Konformitätserklärung und Auftragsverarbeitungsvertrag vor dem Pilotbetrieb ein, nicht danach. Wenn Sie dieselbe Liste gemeinsam mit uns durchgehen wollen, ist das genau der Zweck unserer Demotermine.

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Häufige Fragen

Er kehrt und schrubbt in einem einzigen Durchgang. Vorn nimmt eine Walzenbürste Staub, Schmutz und lose Partikel in eine eingebaute Wanne auf, dahinter folgt unmittelbar ein Scheibenbürstendeck mit Wasser – der Schmutz ist also aufgenommen, bevor Wasser den Boden berührt. Dazu gibt es einen Staubwisch-Modus und einen reinen Kehrmodus, in dem die Maschine vollständig trocken bleibt. Die empfohlene Reinigungsfläche gibt Gausium mit 800 bis 2.000 Quadratmetern je Standort an.

Gausium nennt theoretische Höchstwerte von 2.016 Quadratmetern pro Stunde beim Schrubben, 3.780 beim Kehren und 3.124 beim Staubwischen. Das sind geometrische Werte: Jeder einzelne ist die Arbeitsbreite multipliziert mit der Höchstgeschwindigkeit von 1,4 Metern pro Sekunde, sie unterstellen also Vollgas geradeaus ohne Wenden, ohne Bahnüberlappung und ohne Nachfüllen. Die Broschüre weist darauf hin, dass die Spezifikationen auf Testergebnissen des Gausium-Labors beruhen und die tatsächlichen Werte abweichen können. Planen Sie stattdessen mit den empfohlenen 800 bis 2.000 Quadratmetern je Standort.

Diesen Wert veröffentlicht niemand. Weder auf der Gausium-Spezifikationsseite noch in der englischen oder der deutschen Broschüre steht ein Dezibel-Wert für den Mira, und auch im Händlermaterial haben wir keinen gefunden – ein deutscher Händler bewirbt leise Reinigung im laufenden Betrieb, ohne eine Zahl daranzuhängen. Eine Scheuersaugmaschine mit Wasseraufnahme über Saugmotor ist nicht leise, deshalb würden wir diese Maschine ohne Messung nicht in die Nähe schlafender Gäste einplanen. Nehmen Sie ein Schallpegelmessgerät mit in die Demo und messen Sie im Schrubbmodus selbst.

Beim Schrubben liegen sie erstaunlich eng beieinander: Beide arbeiten 400 Millimeter breit mit Doppel-Scheibenbürste, beide erreichen 1,4 Meter pro Sekunde, beide sind deshalb mit denselben theoretischen 2.016 Quadratmetern pro Stunde angegeben. Der Mira drückt mit 25 Kilogramm gegen 18 stärker an und bringt eine Kehrstufe mit. Der L3 führt mit 25 und 25 Litern gegen 22 und 20 mehr Wasser mit, lädt in eineinhalb bis zwei Stunden und bietet zusätzlich 96-Strahl-3D-LiDAR-Navigation mit einem Nvidia-Chip mit 100 TOPS für automatische Teppicherkennung. Zur Einordnung der Perspektive: Die L3-Werte stammen aus einer Maschine, die wir selbst fahren, die Mira-Werte aus dessen Dokumentation.

Gausium bezeichnete den Mira im April 2026 als kommerziell verfügbar im Anschluss an die Vorstellung auf der CMS Berlin im September 2025, und es existiert vollständiges deutschsprachiges Material einschließlich einer offiziellen deutschen Broschüre. Der Vertrieb läuft über unabhängige Händler: Gausium führt genau ein europäisches Büro, im niederländischen Zaltbommel, und hat keine deutsche Gesellschaft. Damit sind Servicelevel, Ersatzteil-Lieferzeit und Eskalationsweg Sache des Händlervertrags. Lassen Sie sich Lieferzeiten, Service-Reaktionszeiten und die Konformitätserklärung schriftlich geben.

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